Beetzendorf l Die Risikoanalyse für die Feuerwehren soll fortgeschrieben werden. Darin integriert werden sollen auch die genauen Standorte der Löschwasserentnahmestellen. Das Bauamt der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf hat jetzt aufgelistet, wo sich Löschteiche befinden und wie die Eigentumsverhältnisse seien. „Aus den Wehren haben wir erfahren, dass manche in einem schlechten Zustand seien“, sagte Kathrin Wißwedel, Mitarbeiterin des Ordnungsamtes der VG, während der Sitzung des Ordnungs- und Feuerschutzausschusses in Beetzendorf.

Festgestellt worden sei, dass es zwölf reine Löschteiche und dazu noch diverse Naturteiche gebe, sagte VG-Bürgermeister Michael Olms auf Nachfrage der Volksstimme. Einige der Folienteiche würden sich auf privatem Grund und Boden befinden. Da müsse entschieden werden, ob diese über eine Vereinbarung weiter genutzt werden könnten, erklärte Kathrin Wißwedel. Wichtig sei, auf Karten zu kennzeichnen, wo sich die Teiche befinden, damit Wehrleute, die nicht aus dem Ort stammen, im Einsatzfall rasch handeln könnten.

Ausschussvorsitzender Daniel Rieck merkte an, dass es unterschiedliche Arten der Löschwasserbereitstellung gebe. Allerdings: Es bedürfe eines erheblichen finanziellen Aufwandes, um alles normgerecht umzubauen.

Gespräch mit Landwirten wird gesucht

Die vorhandenen Saugbrunnen sollen noch geprüft werden, fügte er hinzu. „Die Löschbrunnen sollten zweimal im Jahr getestet werden, ob sie die erforderliche Leistung bringen. Das könnten die Wehren vor Ort erledigen“, schlug Daniel Rieck vor. Überlegt werden müsse zudem, wie mit den Teichen umgegangen werde, die eigentlich keine mehr seien.

Wenn alle Daten erfasst worden sind, müsse die VG-Wehrleitung eine Liste erarbeiten, wo Investitionen am notwendigsten seien, sagte der Vorsitzende. Allerdings: Wenn irgendwo Not am Mann sei und die Löschwasserbereitstellung nicht funktionierte, dann müsse sofort reagiert werden, auch wenn das Geld knapp sei.

 „Ich bin mir sicher, dass die VG-Wehrleitung die Prioritätenliste sorgfältig erarbeitet“, erklärte Ausschussmitglied Bert Juschus. Diese würden die Wehren künftig protokollieren, was bei den Tests der Tiefbrunnen herausgekommen sei. „Wir haben bislang nur getestet, aber nichts aufgeschrieben“, sagte er. Das Beobachtete zu notieren, sei eine wichtige Grundlage, um mit Argumenten in die Haushaltsplanung gehen zu können.

Nur in einem der 94 Ortsteile gebe es bislang keinen Hydranten, der im Notfall für die Wasserentnahme durch die Feuerwehrleute genutzt werden können. „Das ist Nieps. Wir haben diesbezüglich mit dem Wasserverband Klötze Kontakt aufgenommen. Die Antwort steht allerdings noch aus“, sagte Michael Olms auf Nachfrage.

Kartenmaterial wird aktualisiert

Ein weiteres Standbein, um die Löschwasserversorgung zu sichern, werde derzeit erschlossen, berichtete der VG-Bürgermeister: „Wir haben jetzt die Information erhalten, wo es genehmigte landwirtschaftliche Tiefbrunnen gibt.“ Nun solle auf die Landwirte zugegangen werden, inwieweit diese im Einsatzfall genutzt werden könnten.

„Wie ist das mit den Landwirten, mit denen wir schon seit Jahren kooperieren wie in Eickhorst?“, wollte der sachkundige Einwohner Burger Boohs wissen. Das Miteinander funktioniere, ohne dass etwas schriftlich fixiert sei. „Aus Personalgründen sind wir noch nicht soweit, dass wir das alles aufgearbeitet haben. Aber das soll jetzt geschehen“, antwortete Michael Olms.

„Ich finde es gut, dass es schon Synergien zwischen Landwirten und Wehren gibt. Schön wäre es, diese Zusammenarbeit weiter voranzutreiben“, sagte Daniel Rieck.

Auch die Standorte der Tiefbrunnen müssten – nach den erforderlichen Absprachen – mit im Kartenmaterial vermerkt werden, das den Aktiven im Einsatzleitwagen zur Verfügung gestellt werde, erklärte Michael Olms. Denn nur so könnten sie den Einsatzkräften genau mitteilen, wo Wasser beispielsweise für Löscharbeiten zu finden sei.