Salzwedel l Derzeit gilt in der Westaltmark die Waldbrandgefahrenstufe 4. Trotz der Regenfälle Anfang der Woche. Diese sind territorial sehr unterschiedlich ausgefallen. Während in einigen Gebieten 20 Liter auf den Quadratmeter gefallen sind, waren es gerade im östlichen Teil des Landkreises nur drei Liter, berichtet der Leiter des Betreuungsforstamtes Westliche Altmark, Helmut Jachalke. Aufgrund der hohen Temperaturen ist die Waldbrandgefahr dort höher. „Aber wir können ja nicht für jedes Gebiet eine eigene Stufe ausrufen“, erklärt Jachalke. Vorsicht sei in jedem Fall geboten. Zumal der Sommer ja noch gar nicht richtig begonnen habe.

Nach den verheerenden Waldbränden in Brandenburg und teils in Sachsen-Anhalt sieht der stellvertretende Landesvorsitzende der FDP, Marcus Faber, den Katastrophenschutz im Land auf solche Situationen ungenügend vorbereitet. „Um die Effektivität der Brandbekämpfung und die Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehren zu erhöhen, benötigen wir dringend Gegenmaßnahmen“, erklärt er in einer Pessemitteilung und fordert von der Landesregierung, Löschflugzeuge und -panzer vorzuhalten.

Gut ausgestattet

Die Feuerwehren im Altmarkkreis seien auf die Waldbrandsaison vorbereitet und dafür gerüstet, schätzt dagegen Kreisbrandmeister Torsten Schoof ein. „Wir sind sensibilisiert, auch aufgrund der Wahrnehmung aus den anderen Bundesländern“, sagt er. Mit der Stationierung von Großtank-Löschfahrzeugen seien die Feuerwehren in den sechs Gemeinden im Altmarkkreis gut ausgestattet. Die Waldflächen im Kreis seien zwar groß, aber nicht mit Munition belastet wie im benachbarten Brandenburg. Es bleibe zu hoffen, dass der Altmarkkreis von solch schweren Ereignissen verschont werde. „Das möchte natürlich keiner“, sagt der Kreisbrandmeister.

Neun Jahre ist es bereits relativ gut gegangen, den letzten großen Waldbrand gab es 2010 bei Bombeck unweit von Salzwedel, als rund 30 Hektar Mischwald in Flammen standen. 300 Einsatzkräfte von 41 Wehren löschten Feuer.

Thema ist nicht neu

„Es hat damals nichts gefehlt, sie haben es in den Griff bekommen“, sagt Hans Thiele, für die Feuerwehren und den Katastrophenschutz zuständiger Dezernent beim Altmarkkreis. Das Thema sei nicht neu und ständig Inhalt der Aus- und Weiterbildung in den Wehren. Schnell und ausreichend Wasser an den jeweiligen Brandherd zu bekommen, ist ein „Dauerthema“. Es gehe dann darum genau zu wissen, wo sind die Hydranten sind, um lange Schlauchstrecken aufzubauen. Das werde in der Theorie geübt und klappe auch in Praxis, ist sich Thiele sicher. In der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) laufe die Rufbereitschaft, um Schläuche nachliefern zu können.

Szenarien geübt

Wenn Spezialfahrzeuge gebraucht werden, sei wichtig zu wissen, wo sie im Katastrophenfall über Amtshilfe geordert werden können. Es habe keinen Sinn, solche teuren Geräte auf Verdacht vorzuhalten. Im Kreis Stendal gibt es einen Löschpanzer einer privaten Firma, der im vergangenen Jahr beim Waldbrand bei Seehausen zum Einsatz kam. Ebenso kann das Technische Hilfswerk (THW) zu Hilfe gerufen werden. Wie in einzelnen Situationen vorzugehen ist, etwa wenn Wohngebiete, große Straßen oder Industriegebiete bedroht sind, sei Gegenstand der Übungsszenarien. „Die Feuerwehrleute wissen, was sie tun“, beruhigt Hans Thiele. Panikmache sei fehl am Platz.