Salzwedel l Mit einem Brandbrief und Forderungen hatte sich am Mittwoch (13. Januar) der Salzwedeler Verein Exchange, der sich in der Flüchtlingsarbeit seit Jahren engagiert, an Landrat Michael Ziche gewandt. In dem Schreiben, welches der Volksstimme vorliegt, ist die Rede davon, dass in der Gemeinschaftsunterkunft geflüchtete Menschen mit einem Schnelltest positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Trotzdem sei eine Gruppe von elf Personen gegen ihren Willen zur Sammelunterkunft Am Fuchsberg gebracht worden. Dabei handle es sich nicht nur um Menschen mit positivem Test, sondern auch um Kontaktpersonen ersten Grades.

Vor dem Hintergrund formulierte Sanja Gurski von Exchange besagten Brief an den Landrat, und forderte unter anderem die Auflösung von Massenunterkünften, den dauerhaften mehrsprachigen Zugang zu Informationen und mahnte an, dass Flüchtlinge nur einen eingeschränkten Zugang zur Gesundheitsversorgung hätten.

Das sagt der Altmarkkreis:

Nun nimmt der Landkreis Stellung zu den Vorwürfen und der Kritik: „Sicherlich ist die aktuelle Pandemielage eine außergewöhnliche Situation, rechtfertigt aber für sich allein genommen noch keine Abweichung von der Regelunterbringung des betroffenen Personenkreises.“ Denn der Altmarkkreis sei nach dem Aufnahmegesetz des Landes für besagte Unterbringung zuständig – und dies nach dem Asylbewerbergesetz in der Regel in Gemeinschaftsunterkünften. Zudem würden 95 Wohnungen vom Altmarkkreis vorgehalten werden, in denen 296 Menschen leben, weitere 243 in erwähnten Gemeinschaftsunterkünften.

Mit Blick auf die Pandemie sei bereits das Hygienekonzept in den Unterkünften modifiziert worden, schreibt Kreissprecherin Birgit Eurich. Von zusätzlicher Reinigung und Desinfektion ist die Rede, insbesondere in Küche und Bad. Desinfektionsmittel und Seifenspender stünden zur Verfügung. Weiterhin würden die Bewohner regelmäßig zu den Verhaltensvorschriften sensibilisiert, Piktogramme und Abstandsmarkierung würden ebenso vorhanden sein.

Ein Coronatest positiv

„Einer der Bewohner in der Gemeinschaftseinrichtung in der Schillerstraße wurde am 11. Januar beim Besuch des Hausarztes auf Corona schnellgetestet“, erläutert Eurich weiter. Der Test war positiv. Daraufhin seien im Anschluss alle Bewohner getestet worden. Bei sechs Menschen bestehe der Verdacht, dass sie sich mit Covid-19 infiziert haben. Das sei auch der Grund, warum diese Personen und elf Kontaktpersonen ersten Grades in der Quarantänestation Am Fuchsberg untergebracht wurden.

„Daher entspricht es nicht den Tatsachen, dass positiv Getestete bewusst mit den übrigen Bewohnern gemeinsam untergebracht wurden oder werden“, stellt die Kreisverwaltung mit Blick auf die Vorwürfe von Exchange klar. Vielmehr seien sofort Maßnahmen nach dem Bekanntwerden der Infektionen ergriffen worden, um Betroffene und deren Zimmergenossen von den übrigen Bewohnern zu separieren. „Es wurden zudem ad hoc Schnelltests aller anwesenden Bewohner vorgenommen“, sagt die Kreissprecherin. Am Folgetag seien die sogenannten PCR-Tests erfolgt.