Salzwedel l „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“, hinter diesem sperrigen Titel verbirgt sich eine attraktive finanzielle Unterstützung vom Bund. Klamme Kommunen mit einer Haushaltsnotlage können für Vorhaben eine Förderung in Höhe von 90 Prozent erhalten. Wenn sie denn aufgenommen werden. In der ersten Runde, offiziell Pojektaufruf genannt, standen bundesweit 200 Millionen Euro zur Verfügung. Es werden 105 kommunale Projekte unterstützt. Davon zwei aus Sachsen-Anhalt, teilt Stadtsprecher Andreas Köhler mit. Die Stadt hatte sich mit dem Stadion und dem Waldbad beworben und wurde nicht berücksichtigt.

Für die zweite Tranche sind 400 Millionen Euro geplant. Die Stadtverwaltung will dieses Mal fünf Projekte beantragen. Neben den beiden aus dem ersten Projektaufruf sollen die Sanierungen des Mehrgenerationenhauses, der Schwimmhalle und des Salzwedeler Freibades mit eingereicht werden.

Vorteil für die Hansestadt

Das Förderprogramm hat gegenüber anderen einen großen Vorteil für die Stadt. „Es besteht die Möglichkeit, unbeteiligte Dritte in die Finanzierung einzuschließen“, heißt es in der Ausschreibung. Das trifft insbesondere für das Waldbad in Liesten zu und dabei kommt der Fördervereins ins Spiel, der bereits 320.000 Euro für die Sanierung der beliebten und seit zwei Jahren geschlossenen Freizeitstätte zusammengetragen hat. 70.000 über das Leader-Programm und 250.000 Euro von Sponsoren.

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Keine Frist für Leader-Förderung

Die Leader-Förderung sei nicht an Fristen gebunden, erklärt Fördervereinsvorsitzender Andreas Weigelt. Das hätten ihm die Manager der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Mittlere Altmark versichert.

Was den Liestenern seit längerem auf den Nägeln brennt, ist der Abschluss einer Nutzungsvereinbarung mit der Stadt. In der Septembersitzung des Stadtrates hatten mehrere Einwohner noch einmal eindrücklich darauf hingewiesen, wie wichtig ihnen eine vertragliche Einigung ist, um mehr Sicherheit bei ihrem Engagement zu haben.

Das Angebot der Verwaltung, das Bad für den einen symbolischen Euro zu erwerben, hatte der Verein abgelehnt und im Gegenzug einen eigenen Entwurf für einen Vertrag vorgelegt. Aus beiden Vorschlägen sei ein Papier erarbeitet worden, erklärt Weigelt. Er habe nächste Woche einen Termin bei Bürgermeisterin Sabine Blümel, um mit ihr darüber zu sprechen.

Eile geboten

Für die Vorbereitung der fünf Anträge an das Bundesprogramm ist Eile geboten. Die Projektskizzen müssen online bereits bis spätestens 30. Oktober dem zuständigen Landesressort vorliegen. Zuvor haben Bau- und Hauptausschuss und letztendlich der Stadtrat die Anträge zu beschließen. Der Beschluss des Stadtrates, der am 28. Oktober tagt, kann bis 13. November nachgereicht werden. Für das Waldbad und das Stadion brauchen die Mitarbeiter der Verwaltung die bereits für die erste Runde vorbereiteten Unterlagen nur aus der Schublade zu ziehen.