Ziemendorf l Seit Mai 2013 führt Marcel Schulz das Ziemendorfer „Vierländereck“. Regelmäßige Tanzteeveranstaltungen, Silvesterpartys, Familien- und Geburtstagsfeiern gehörten neben dem Mittagstisch und Kartenspielabenden zum Angebot des Gastwirts. Und per Absprache war er auch bei den Veranstaltungen des Dorfclubs mit im Boot und schenkte Getränke aus.

„Doch als der Verein auf die Alleinnutzung der sogenannten Festscheune pochte, gab es immer mehr Unstimmigkeiten“, blickte er im Volksstimme-Gespräch zurück. Der Streit entzündete sich unter anderem auch an der Toilettennutzung, die der Club für sich beanspruchte. „Die gehören aber zum Saal, und wenn der nicht genutzt wird, muss ich die nicht unentgeltlich aufmachen“, so Marcel Schulz.

Fronten verhärtet

Als sich schließlich nach Prüfung durch die Verwaltung der Einheitsgemeinde Arendsee herausgestellt habe, dass die Scheune gar nicht für Veranstaltungen genutzt werden dürfe, seien die Fronten völlig verhärtet. Es habe zwar ein klärendes Gespräch im Rathaus mit Bürgermeister Norman Klebe, ihm selbst und den Dorfclubvorständen gegeben. „Aber zu einer Einigung kam es aus meiner Sicht dabei nicht“, schätzte Schulz ein.

Im Gegenteil. Es seien Gerüchte über die Schließung der Gaststätte im Dorf und in Arend- see kursiert. Immer mehr Gäste seien danach ausgeblieben. Deshalb habe er Anfang November in einer internen Runde den Pachtvertrag mit der Stadt aufgekündigt. Der Plan ist, die Silvesterparty stattfinden zu lassen und im ersten Quartal des neuen Jahres auch noch zu öffnen. Zum 31. März 2019 soll jedoch Schluss sein.

„Diese Information sollte eigentlich erst im Januar an die Öffentlichkeit gelangen, aber aus der internen Runde drang sie doch nach außen, wie ich erfuhr“, sagte Marcel Schulz.

Neid und Missgunst

Und so erfuhr auch Renate Dannat vom Aus der Traditionsgaststätte und verfasste einen Leserbrief, in dem sie im Namen aller Tanztee-Besucher dieses Ende sehr bedauert. „Fehlende Unterstützung, Neid und Missgunst haben dazu geführt, dass Herr Schulz aufgibt“, schreibt sie unter anderem. Die Leute im Dorf wüssten nicht zu schätzen, was sie für eine Perle im Ort hätten. „Was nun, Herr Bürgermeister?“, fragt sie.

Norman Klebe schloss jedoch ein Versäumnis oder den Vorwurf fehlender Unterstützung aus. „Wir haben dem Wirt sehr wohl geholfen, haben Zugeständnisse gemacht und versucht zu vermitteln“, betonte er.

Auch Dorfclubvorsitzende Birgit Drevenstedt versicherte, dass der Verein immer um eine Zusammenarbeit mit dem Wirt bemüht war. Aber zuletzt sei es bei der Weihnachtsveranstaltung im Vorjahr doch zu massiven Unstimmigkeiten zwischen Verein und Wirt gekommen. Ein Klärungsversuch sei gescheitert, so dass der Dorfclub nur noch allein agiere. „Aber wenn die Gaststätte ab April tatsächlich zu bleibt, finden wir es sehr schade fürs Dorf“, machte sie deutlich.