Salzwedel l Über den Vormittag bis in die Mittagsstunden herrscht im Altstädter Bahnhof reger Betrieb. Handwerker, Geschäftsreibende und hungrige Besucher reichen sich die Klinke in die Hand. Sie alle eint der Wunsch nach einem deftigem Frühstück oder Mittagessen. Damit ist an dem Standort ab Oktober Schluss! Weil die Inhaber Rüdiger und Silke Skalei auch große Veranstaltungen wie Geburtstage, Jugendweihen oder Hochzeiten ausstatten, ist ihr Lokal an seine Kapazitätsgrenze gestoßen. „Unsere Bücher sind für dieses Jahr voll – selbst 2018 ist bereits gut gefüllt“, erklärt Silke Skalei – „es wird von Jahr zu Jahr mehr“. Daher wird eine neue Immobilie für die beiden Gastronomen und ihre Angestellten unumgänglich.

Frischekur im Inneren

Das neue Lokal ist mit dem Odeon in Salzwedels Neutorstraße gefunden. Jeden Tag nach Feierabend sind Rüdiger Skalei und einige Helfer dort zu finden. „Wir renovieren gerade die Räume“, erklärt der Gastronom. Und das wird auch deutlich. Mehrere Wände im Restaurant sind bereit mit frischer Farbe versehen. Auch die Kühlzellen und der Saal erhalten noch eine Frischekur. Das ehemalige „Weinzimmer“ wird zum „Buffetzimmer“.

Skaleis haben sich viel vorgenommen, am 3. Oktober wollen sie bereits öffnen. „Wir werden die Eröffnung mit Gulaschkanone, Hüpfburg, Kinderschminken und einer Schautafel feiern“, sag Silke Skalei. Damit bekommt die alte Traditionsgaststätte wieder Leben eingehaucht.

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Eigene Postkarten

Seit vielen Jahren wechselten immer mal wieder die Besitzer – lange gehalten hat sich niemand. Dabei blickt das Haus auf eine bewegte und lange Geschichte. „Der Einrichtung nach befinden wir uns rund um das Jahr 1910, noch historisch kaiserlich prunkvoll gemessen am Stil des Saales, jedoch schon modern im Gedeck der Tische mit seinen zum Teil ausladenden Zimmerpflanzen“, erklärt Michael Zauske. Er verwaltet für das Fotostudio Wunberger historische Aufnahmen und die Facebookgruppe „Salzwedel anno dazumal“. „Das Odeon in Salzwedel hatte einst sogar eigene Postkarten. Hier wurde gefeiert, man traf sich im ‚Gesellschaftsgarten‘ hinter dem Haus oder feierte im großen ‚Ballsalon‘", weiß Zauske.

Mit den Skaleis als neue Inhaber des Traditionshauses kann die Geschichte nun weiter geschrieben werden.