Altmarkkreis

Gemeinde kauft den Ahlumer See

Der Ahlumer See gehört seit Kurzem wieder der Gemeinde Rohrberg. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Ahlum l 30 Jahre nach der zunächst schrittweisen, dann vollständigen Veräußerung an private Eigentümer ist der Ahlumer See wieder in kommunalem Besitz. Wie Rohrbergs Bürgermeister Bernd Schulz der Volksstimme bestätigte, hat die Gemeinde das 9,6 Hektar große Areal von der Agrargenossenschaft Beetzendorf erworben. Bereits im September habe der Rat Mittel dafür im Rahmen eines Nachtragshaushalts bewilligt, im November sei dann der Kauf notariell beglaubigt worden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Das plötzliche Interesse der Gemeinde am See-Gelände hat handfeste Gründe. Man habe die berechtigte Sorge gehabt, dass das Areal, zu dem neben dem Gewässer unter anderem auch die alte Wassermühle, der Campingplatz, eine Scheune, die Fischerhütte, das ehemalige Seestüberl und die Wiese am Seeufer gehören, an andere private Interessenten verkauft wird, die es dann einer öffentlichen Nutzung entziehen. „Das wollten wir verhindern, weil wir möchten, dass der See auch weiterhin für jeden zugänglich ist“, betonte Bernd Schulz.

Auf den Vertrag mit der derzeitigen Pächterin Sybille Freitag, die die Fischerhütte betreibt, habe der Eigentümerwechsel keinerlei Auswirkungen. „Den werden wir, so wie er ist, übernehmen“, erklärte der Bürgermeister.

Für die Gemeinde Rohrberg sei der Ahlumer See ein touristisches Highlight, mit dem man wuchern wolle. „Das ist das Beste, was wir zu bieten haben, und deshalb muss der See auch für die Öffentlichkeit erhalten bleiben“, ist sich Bernd Schulz sicher. Er weiß aber auch, dass auf die Kommune einiges an Arbeit und finanziellen Kraftanstrengungen zukommen wird, um das große Areal touristisch weiter zu entwickeln. Denn genau das plant die Gemeinde.

Im Fokus stehen dabei zunächst die Ferienwohnungen, die einst von Karl Schneider in der ehemaligen Wassermühle eingerichtet wurden. „Die müssen wir wieder zurecht machen“, erläuterte der Ortschef. Der Bedarf an Unterkünften, etwa für Arbeiter auf Montage, sei in jedem Fall da.

In welche Richtung der ehemalige Campingplatz weiterentwickelt werden soll, steht noch nicht fest. Derzeit wird er nur von einigen Dauercampern genutzt. Am Seeufer finden sich das Jahr über zudem einige Caravanfreunde mit ihren Gefährten ein, um hier zu übernachten. „Wir werden uns verschiedene Konzepte in Sachen Camping und Caravan ansehen, die woanders umgesetzt wurden, und dann entscheiden, in welche Richtung wir gehen“, erklärte Schulz. Für ihn stehe allerdings fest, dass die Gemeinde nicht als Bewirtschafter auftreten wird.

Zu dem aufzustellenden Konzept für die weitere Entwicklung des Sees gehört auch die Frage der touristischen Infrastruktur. Die lässt an dem Gewässer nämlich noch zu wünschen übrig. So standen in der Vergangenheit die sanitären Anlagen bei Besuchern von Veranstaltungen immer wieder in der Kritik. Der Versuch, den Neubau eines Toilettenhäuschens über das Leader-Programm fördern zu lassen, scheiterte bisher. „Für richtige Caravan-Stellplätze müssten wir außerdem Strom- und Wasseranschlüsse sowie Entsorgungsmöglichkeiten schaffen“, meinte der Bürgermeister.

Noch nicht geklärt ist auch, was aus dem ehemaligen Seestüberl wird. Die einstige Gaststätte am Weg nach Nieps steht seit dem Aus für Schneider-Nachfolger Andres Alvarez 2011 leer und verfällt. Immerhin gibt es aber mit der Fischerhütte einen gastronomischen Anlaufpunkt. „Und der soll auch erhalten bleiben“, versicherte Bernd Schulz.

Für die notwendigen Investitionen hofft die Gemeinde auf Fördermittel. Die könnten aus dem Leader-Programm, aber auch aus anderen Töpfen kommen. „Da müssen wir uns schlau machen, welche Möglichkeiten es gibt“, erklärte der Ortschef.