Erneuerbare Energie

Geplante Fotovoltaik-Anlage spaltet Maxdorf

Die Fronten in Maxdorf sind verhärtet. Das Dorf ist gespalten, in Befürworter und Gegner der geplanten Fotovoltaik-Anlage. Der Ortschaftsrat Mahlsdorf nahm einen Beschluss dazu noch einmal von der Tagesordnung.

Von Antje Mewes
Maxdorf aus der Luft betrachtet: Hier sollen Fotovoltaikanlagen gebaut werden. Einige Anwohner sind dagegen.
Maxdorf aus der Luft betrachtet: Hier sollen Fotovoltaikanlagen gebaut werden. Einige Anwohner sind dagegen. Archivfoto: Fotostudio Wiedemann

Mahlsdorf/Maxdorf - Es lag Spannung in der Luft. Die Sitzung des Mahlsdorfer Ortschaftsrates war Montag kurzerhand nach draußen verlegt worden. Rund 30 Leute nahmen außer den Räten teil. Schon wie sie sich platziert hatten, ließ keinen Zweifel aufkommen, wer zu welchem Lager gehört. Maxdorfer, die sich für den geplanten Solarpark aussprechen, saßen auf der einen, die Gegner des Vorhabens auf der anderen Seite.

Der Ortschaftsrat hatte die Beschlüsse über eine Änderung des Flächennutzungsplanes und das Aufstellen eine Bebauungsplanes als Voraussetzung für die Planung des Solarparks auf der Tagesordnung. Allerdings nicht lange. Auf Antrag von Ortsrat Tobias Bierstedt stimmte die Mehrheit der Ratsmitglieder dafür, die Punkte an dem Abend nicht zu behandeln. „Es gibt noch Redebedarf“, begründete Bierstedt seinen Vorstoß. Damit sollte er Recht behalten. Als Ortsbürgermeister Holger Schulz die Diskussion eröffnete, begann eine emotional geführte Debatte, die teils von Unsachlichkeit, Beschuldigungen bis hin zu persönlichen Beleidigungen in Richtung der Befürworter geprägt war. Unter anderem stand der Vorwurf der Bestechlichkeit im Raum. Schulz hatte zeitweise Mühe zu verhindern, dass die Sitzung aus dem Ruder lief. „Wir wollen neutral entscheiden“, sagte er.

Fläche verkleinert

Zuvor hatte er einleitend dargestellt, dass sich die Gesamtfläche des Solarparks in einer neuen Variante gegenüber den ursprünglichen Plänen verkleinere. Von 98,2 Hektar, wovon 22 Hektar für Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen sind, auf nun 85 Hektar, wobei die reine Fotovoltaikfläche 66 Hektar beträgt. Dabei sei das besonders in Kritik stehende Areal direkt am Dorf weitgehend herausgenommen worden. Es sei nun für die Ersatzmaßnahmen vorgesehen. Bei allem Für und Wider sei zu bedenken, dass auch Geld für die Entwicklung beider Ortsteile herausspringen könnte. 0,2 Cent je erzeugter Kilowattstunde seien möglich.

Ein Argument, das bei den Maxdorfern, die das Projekt ablehnen, auf wenig fruchtbaren Boden stieß. Hatte Bürgermeisterin Sabine Blümel doch während einer vorangegangenen Sitzung unmissverständlich erklärt, dass jegliche Einnahmen in die Stadtkasse fließen. „Wir gucken jeden Tag auf die Dinger und haben nichts davon“, sagte Yvonne Bierstedt. Als Beispiel, dass die Menschen vor Ort wenig von der Wertschöpfung aus erneuerbaren Energien profitieren, wurde Liesten mit seinem geschlossenen Waldbad ins Feld geführt. Orts- und Stadtrat Arne Beckmann betonte, dass die Stadträte daran gemessen würden, wie gerecht es dabei zugehen werde.

Solarpark als Zukunftstechnologie

Ein ablehnender Grund ist zudem die Befürchtung, dass auf den Ausgleichsflächen doch Solarplatten aufgestellt werden. Das Ganze sei überdimensioniert, der überbaute Boden würde abgewertet, die Landschaft verschandelt, der Eingriff in den Naturhaushalt sei nicht absehbar, argumentieren die Gegner. „Warum so groß?“, wollte Yvonne Bierstedt wissen. In der Umgebung stünden auch Solarparks, aber meist nicht größer als 20 Hektar. Sie könne die Eile nicht verstehen. „Wir können warten, bis es eine neue Gesetzeslage gibt“, argumentierte sie.

Es gehe darum, eine Zukunftstechnologie in Zeiten des Klimawandels zu etablieren, entgegnete Burkhard Thiede. Er ist Geschäftsführer der Tier- und Saatzucht GmbH, auf deren Flächen der Investor – die Buß Solar GmbH aus Borken – den Solarpark bauen will. Die Anlagen seien frei von jeglichen Emissionen, erzeugten keinen Lärm und der Boden könne sich von einer Bewirtschaftung erholen. Jeder Mahlsdorfer und Maxdorfer könne sich an dem Projekt beteiligen, betonte er. Nicht zuletzt gehe es darum, die Zukunft des Landwirtschaftsbetriebes und seiner Arbeitsplätze zu sichern. Mit dem Herausnehmen der ortsnahen Fläche aus der Bebauung seien die Solarmodule von den Grundstücken aus nicht zu sehen, sagte er. Unterstützung bekam er von Bernd Vetter und weiteren Mahlsdorfern, die den Landwirtschaftsbetrieb als essenziell für den Ort erachten.

Ausgang ungewiss

Ortschaftsrätin Yvonne Schütze fasste zusammen, was sie von dem Schlagabtausch des Abends mitnimmt: Sie sei für erneuerbare Energien und Fotovoltaik, könne aber die Bedenken der Maxdorfer verstehen. Die Fläche zu nah am Dorf sei zwar raus, aber die Befürchtungen hinsichtlich der Größe des Gesamtvorhabens blieben – Ausgang ungewiss.