Arendsee l Flussbereichsleiter Hans-Jörg Steingraf vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft zückte  fast permanent seinen Fotoapparat. Damit hielt er von Bord der „Queen Arendsee“ aus kritische Objekte am Ufer fest, wie fehlende Nummern an Booten oder Stegen. „Die sind seit vorigem Jahr zwingend vorgeschrieben, dafür wird vom Land als Seeeigentümer kassiert“, erklärte er während der Gewässerschau.

Zu der starten er und seine Mitarbeiter jedes Jahr zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde, der Wasserschutzpolizei und der Luftkurort GmbH. Auch Fischer Wilfried Kagel als Pächter ist immer mit dabei. „Dieses Jahr sind wir später als sonst, denn das Schiff lag im Mai noch zur Sanierung an Land“, so Steingraf.

Bojen fehlen

Besorgniserregend waren gestern kaum Beobachtungen. „Nur zwei Beanstandungen hab ich vorzubringen: An der Mole, wo die Queen anlegt, ist das Baden und Angeln verboten“, betonte er. Das sei Hafenbereich. Deshalb sollen dort Bojen angebracht werden.

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Ansonsten seien Bojen nur am Seglerhafen zur Kennzeichnung der Fahrtrinne gestattet, nicht aber an privaten Bootsbefestigungen. Und: „Wegen des Niedrigwassers ist viel Altholz am Ufer aufgetaucht, das wird in den nächsten Wochen beräumt“, so Steingraf.

Besorgniserrend wenig Wasser

Tatsächlich besorgniserregend ist aber das fehlende Wasser im See. Zirka einen halben Meter ist der Pegel gesunken. „Unsere Wehranlage am Zießauer Ufer, die den Wasserablauf reguliert, liegt auf dem Trockenen“, konstatierte er. Ursachen seien die lang anhaltende Trockenheit und der ausbleibende Regen.

An zahlreichen Stellen sind inzwischen Sandbänke sichtbar, die sonst unter Wasser lagen.

„Das ist das kürzeste Kontrollprotokoll seit langem“, schloss Steingraf die Tour ab und ließ Katrin Pfannenschmidt vom Umweltamt unterschreiben.

Übrigens legte die „Queen“ an der alten „Waldheim“-Anlegestelle Zwischenstopp ein. Kapitän Ralf Porath und Besatzungsmitglied Katrin Damaschke gingen von Bord und putzten die Fenster des Schiffes. Die liegen an der Arendseer Anlegestelle zum Wasser hin und sind dort nicht erreichbar.

Von oben waren noch letzte Blaualgenreste im See zu sehen, die das ansonsten wieder klare Wasser durchzogen.