Salzwedel l Der Geschäftsführer des ZBA, Andreas Kluge, geht davon aus, dass der Plan aufgeht, den Baustart im Frühjahr einhalten zu können. Der „Dreh- und Angelpunkt“ dabei sind die Ausschreibungen für die Tiefbauarbeiten. „Da können wir momentan nicht sagen, wie es laufen wird“, sagt er. Unwägbarkeiten im Ausschreibungverfahren seien nie auszuschließen. „Aber wir sind auf einem richtig guten Weg“, schätzt er optimistisch ein. Dass es im ersten Quartal des neuen Jahres mit der Umsetzung losgeht, sei auch mit dem Netzbetreiber so abgestimmt. „Wir haben eine lange Durststrecke hinter uns, jetzt heißt es durchhalten auf den letzten Metern“, lautet seine Botschaft an alle, die auf schnelles Internet warten.

Die Planungen in allen drei Projektgebieten seien im Zeitplan, es gebe eine gute Zusammenarbeit mit den jeweils zuständigen Bauämtern. Jetzt bewähre sich, dass im Vorfeld drei Workshops organisiert worden sind, an denen die Mitarbeiter der Behörden mit am Tisch saßen. Dabei gehe es zunächst um die Genehmigungen für sogenannte Kabelverzweiger. Dabei handelt es sich um Schaltschränke, von denen aus sich die Leitungen in die anzuschließenden Häuser verzweigen. Davon werden in den einzelnen Projektgebieten jede Menge gebraucht. Insgesamt sind weit mehr als 100 Standorte beantragt worden, berichtet Andreas Kluge.

Bildbefahrung abgeschlossen

Außerdem ist die 360-Grad-Bildbefahrung abgeschlossen. Dabei erfolgten Bild- und Laserscanaufnahmen mit einem mobilen Aufnahmesystem. Die Auswertung soll Entscheidungen bei der Trassenführung erleichtern, indem Planer und Bauamtsmitarbeiter die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort anhand der Aufnahmen bewerten können. „Daraus ergibt sich dann, ob die Leitungen links oder rechts der Straße verlegt werden“, nennt er ein Beispiel.

Dann geht es noch darum, die Technologie-Standorte zu beantragen. Sie haben in etwa die Größe einer Fertiggarage, beschreibt er. Von dort aus werden die Anschlüsse verteilt. 30 davon seien in Planung.

Nur eine Bahnquerung

Als sehr positiv bewertet der Geschäftsführer den Umstand, dass nur eine Bahn- und zwei Flussquerungen gemeistert werden müssen. Heikle Vorhaben, nicht nur wegen des technischen Aufwandes. So dauere der Beantragungszeitraum bei der Deutschen Bahn, um unter einen Bahndamm durchzubohren, 16 Wochen. Diesen Umstand reduzieren zu können, sei ein „riesen Vorteil“.

Zudem könnten sogenannte Bestandsnetze gekauft und genutzt werden, die das Netz des ZBA komplettieren. Die Verhandlungen dazu seien weit fortgeschritten. Eine „gute Botschaft“, wie Kluge meint.

"Graue-Flecken-Förderung"

Die zweite frohe Kunde kommt vom Bund, der eine „graue-Flecken-Förderung“ in Aussicht stellt. Sie soll für Vectoring basierte, nicht Gigabit fähige Anschlüsse möglich sein. Denn künftig soll es nur noch Zuschüsse für Glasfaser geben. Anfang 2020 wisse er Näheres dazu, eine Richtlinie soll dann für Klarheit sorgen.

Es sei auf jeden Fall eine Perspektive für jene, die momentan nicht vom Ausbau des ZBA profitieren, weil ihre Grundstücke Vectoring-Anschlüsse ab 30 MBit Datengeschwindigkeit haben. Die sind derzeit von der Förderung ausgeschlossen. Er rechnet damit, dass beispielsweise Orte wie Kusey, wo der ZBA Anschlüsse nur außerhalb des Dorfkerns verlegen kann, in Frage kämen, um die gesamten Ortslage mit Glasfaser zu erschließen. So es denn gewollt ist und genügend Interessenten zusammenkommen.

Im Frühjahr starte die erste Ausbaustufe, die Graue-Flecken-Erschließung könnte die zweite werden. Wenn die Detailplanung fertig ist, erfolgen von Januar bis März die Tiefbauauschreibungen. Eins steht für den Geschäftsführer schon jetzt fest: „Wir graben einmal die Altmark um“, sagt er mit einem Grinsen.