Etat-Diskussion

Grünes Licht für Waldbad-Öffnung

Aufatmen in Apenburg: Nachdem der Haushalt nun doch verabschiedet wurde, kann das Waldbad geöffnet werden.

Von Walter Mogk

Altensalzwedel/Apenburg l Das Interesse an der Apenburg-Winterfelder Ratssitzung war am Dienstagabend besonders groß. Mehr als 25 Bürger, hauptsächlich aus Apenburg, kamen ins Altensalzwedeler Kulturhaus, um ein Zeichen für den Erhalt ihres Waldbades zu setzen und zu erfahren, wann es denn endlich geöffnet wird. Als sie nach zweieinhalb Stunden gingen, konnten sie das einstimmige Votum des Rates für eine Öffnung mit nach Hause nehmen.

Voraussetzung für den Beschluss war die Verabschiedung des Haushalts 2016, die wegen des großen Fehlbetrags von 416 300 Euro auf der Ergebnisseite zur wochenlangen Zitterpartie wurde (wir berichteten). Ein in letzter Minute erzielter Kompromiss mit der Kommunalaufsicht, nachdem über die Vorlage einer vorläufigen Bilanz Rückstellungen gebildet werden können, brachte jetzt den Durchbruch. Das Manko kann - auch aufgrund von Einsparungen - spätestens 2017 ausgeglichen werden, so dass einer Genehmigung nichts mehr im Wege steht. Der Etat wurde einstimmig beschlossen.

Zu Beginn der Sitzung kritisierte Waldbad-Fördervereinschef Dirk Rydzinski die Gemeinde für die lange Zeitdauer bis zur Entscheidung pro Badöffnung. „Alle anderen Gemeinden stellen ihr Bad nicht in Frage, in Beetzendorf und Dähre sind die Haushalte beschlossen und die Bäder längst geöffnet. Nur hier wird alles verschleppt“, meinte der Rittlebener. Von der defizitären Finanzlage aufgrund von Zuweisungs-Rückzahlungen an das Land habe die Gemeinde bereits Ende 2015 gewusst. Da hätte man längst reagieren können, stattdessen habe es wochenlang keine Ratssitzung gegeben.

Bürgermeister Harald Josten verwies darauf, dass der horrende Fehlbetrag im Etat nicht mit dem vergleichsweise niedrigen anderer Gemeinden vergleichbar ist. „Was dort zum Ausgleich machbar war, ging bei uns nicht. 400 000 Euro Defizit ist einfach eine andere Größenordnung als 50 000 Euro“, erklärte er. Zudem habe man erst nach der Festlegung der Umlagesätze von Kreis und Verbandsgemeinde gewusst, was finanziell auf die Gemeinde zukommt.

Die Winterfelderin Ninett Schneider bat um Verständnis für die Lage des Rates. „Wir haben versucht, zu retten, was zu retten ist. Aber bestimmte Dinge liegen einfach nicht in unserer Entscheidungsgewalt“, meinte sie. Dass das Bad bisher nicht geöffnet werden konnte, habe nicht am Rat gelegen, sondern daran, „dass der Gemeinde finanziell Handschellen angelegt worden sind“. Die seien jetzt gelöst. „Solange Mittel da sind, bin ich dafür, das Bad immer wieder aufzumachen“, bekannte Schneider. Auch Apenburgs Ratsmitglied Peter Warlich betonte, dass keiner der Gemeindevertreter eine Schließung des Bades wolle. „Jeder der hier am Tisch sitzt, ist dafür, das Bad zu erhalten“, erklärte er.

Nach dem einstimmigen Öffnungsbeschluss ist allerdings noch unklar, wann der erste Badegast ins Becken springen kann. „Wir öffnen so schnell wie möglich“, wollte sich Harald Josten nicht genau festlegen. Dank der Vorarbeit des Fördervereins sei das Bad startbereit. Jetzt müssten nur noch die Anstellungsverträge unterschrieben werden und die Abnahme der Wasserqualität durch das Gesundheitsamt erfolgen. Mit ein bisschen Glück könnte dies bis zum Wochenende erledigt sein. An den Eintrittspreisen für das Waldbad soll sich nach dem Willen des Rates nichts ändern.