Salzwedel l Sowohl am 19. Juni 2018, als auch am 8. Juli 2018 soll ein Mann aus der Verbandsgemeinde Beetzendorf/Diesdorf handgreiflich gegenüber seiner damaligen Verlobten gewesen sein. Seine Ex zeigte ihn dafür an. Kürzlich fand er sich dafür auf der Angeklagebank des Amtsgerichtes wieder. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Am 19. Juni soll er seine Ex-Verlobte mit der flachen Hand am Ohr geschlagen haben. Als Resultat soll die Frau eine Schädelprellung erlitten haben. Im Juli soll es abermals zum Streit gekommen sein. An dem Tag soll er sie an den Haaren gezogen und zu Boden gestoßen haben. Daher die Anklage auf Körperverletzung.

Häufig Streit

Der 38-Jährige will seine Ex aber nicht geschlagen haben. Vielmehr soll es nach einer „verbalen Auseinandersetzung“ am 19. Juni zu einem Gerangel zwischen den beiden gekommen sein. Auch an den Haaren will er nicht gezogen haben. „An Einzelheiten kann ich mich aber nicht erinnern“, sagte er. Nur soviel: Streit sei häufig vorgekommen, Handgreiflichkeit hingegen nie.

„Haben Sie ein Alkoholproblem?“, will Richter Klaus Hüttermann von dem Angeklagten wissen. Ihm sei zugetragen worden, dass der Angeklagte regelmäßig zum Alkohol greife, auch bei den Taten. „Am 19. Juni weiß ich es nicht“, sagte er. Im Juli hätte er 0,8 Promille intus gehabt. Aber ein Alkoholproblem habe er nicht, meinte der 38-Jährige.

Ganz anders stellten sich die Geschehnisse nach Aussage seiner damaligen Verlobten da. Sie kann bis heute nicht arbeiten, leidet unter den Taten, sagte sie. Unter Tränen schilderte sie ihre Sicht der Dinge.

Alles fing mit einem Verkehrsunfall unter Alkohol in der Silvesternacht 2016/17 an, beginnt sie. Der Angeklagte sei auf seinen Führerschein beruflich angewiesen. „Von da an ging es in unserer Beziehung bergab.“ Mehr Auseinandersetzungen, mehr Alkohol. Eine funktionierende Beziehung täuschten beide nur noch vor, erzählte sie.

Situation eskalierte

Am 19. Juni aber eskalierte es endgültig. „Ich saß am Küchentisch und habe eine Zigarette geraucht“, erinnert sie sich. Dann musste sie sich bücken um etwas aufzuheben. „Dabei bin ich wohl mit der Kippe gegen sein Bein gekommen.“ Daraufhin soll der Angeklagte zugeschlagen haben. Doch nicht mit der flachen Hand, wie es die Staatsanwaltschaft verlass, sondern mit der „Faust auf den Hinterkopf.“ Ihre Freundin riet ihr damals, den Angeklagten anzuzeigen. „Das wollte ich aber nicht.“

Tochter war dabei

Das sah nach der Tat am 8. Juli anders aus. „Als ich die Treppe zu Hause hoch kam, kippte er alle Getränkeflaschen ins Waschbecken“, sagte sie. Sowohl ihre, als auch die der Kinder. Damit wollte er sich wohl rächen, da sie vorher Alkohol von ihm weggekippt hatte. Das tat sie, da sie ihren damaligen Verlobten unter Alkohol nicht ertrug, erklärte sie. Dann soll die gemeinsame Tochter gekommen sein. „Du bleibst draußen, ich muss der Mama eine geben“, soll er gesagt haben, erzählt sie weinend. Dann habe er sie gestoßen. Sie rutschte auf dem nassen Boden aus und prellte sich das Becken. Schließlich musste die Polizei kommen. „Er hat sich mit den Beamten geprügelt“, erinnert sie sich. Dazu wird eine weitere Verhandlung folgen. Aufgrund der Vorkommnisse flüchtete sie in ein anderes Bundesland, dies hätte ihr der Weiße Ring geraten.

Nach Verständigung zwischen Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren gegen eine Zahlung von 600 Euro an das Opfer eingestellt.