Zethlingen l Es ist nicht so leicht, Ehrenamtliche zu finden, die sich mit einbringen wollen. Das weiß auch der Evangelische Kirchenkreis Salzwedel. Dennoch konnte die „Mammutaufgabe Gemeindekirchenratswahl“, wie sie Superintendent Matthias Heinrich während der Herbstsynode im Erlebnishaus Zethlingen bezeichnete, erfolgreich gelöst werden. In 64 Kirchengemeinden hätten sich 547 Kandidaten gefunden. „Davon sind 460 Kirchenälteste gewählt worden“, berichtete er. Von insgesamt 18.906 Wahlberechtigten hätten 7395 ihre Stimme abgegeben. Das entspreche einer Beteiligung von 39,11 Prozent. „In nur zwei Gemeinden ist kein Gemeindekirchenrat gewählt worden, weil sich die nötigen vier Kandidaten nicht gefunden haben“, berichtete er, ohne Namen nennen zu wollen. Es gebe schon Überlegungen bezüglich eines Anschlusses an eine Nachbargemeinde, was aber auch hinsichtlich der Finanzen genau überlegt werden müsse.

In vier Orten hätte sich kein Kandidat gefunden. „Es ist schwierig, wenn in einem Ort, wo es noch eine Kirche gibt, keiner da ist, der Verantwortung übernehmen will“, gab der Superintendent zu bedenken. Es müsse überlegt werden, wie man damit umgehe. In sogenannten Erprobungsräumen, in der Region derzeit in Hemstedt und Kassieck sowie seit wenigen Tagen auch im Pfarrbereich Kalbe, würde an Ideen gearbeitet, wie alternative Formen von Kirche entwickelt werden können.

Gebäudekataster hilft nur bedingt

Mit einer „gewissen inneren Anspannung“ blickte Matthias Heinrich auf die nicht gelöste Aufgabe „Gebäudekataster“. „Wir haben zwar ein gutes, können es aber so nicht anwenden“, sagte er. Um baulich voranzukommen, würde kein automatisiertes Kataster helfen, sondern nur das Miteinander des Bau-, Finanzausschusses und des Kreiskirchenrates. „Wir brauchen, um diese Aufgabe lösen zu können, das Miteinander und das Verständnis untereinander“, machte der Superintendent deutlich.

In Sachen freier Mitarbeiterstellen träumte er von einem nicht alltäglichen Ausschreibungstext. Dieser könnte lauten: „Bei uns können Sie das tun, was Sie gelernt haben und wofür Gott Sie begabt hat.“ Das Engagement von Pfarramtssekretärinnen sowie Erprobungsräume seien Möglichkeiten, um sich Freiräume für die eigene Arbeit zu schaffen.

Seelsorge wird unterstützt

„Wir werden nicht nur weniger, sondern es gibt auch Menschen, die dazu kommen“, hatte der Superintendent während der Andacht in der Kirche gesagt. Er führte Claudia Dennhof, die seit dem 1. September 2005 im Kirchenkreis als Gemeindepädagogin tätig ist, in das Amt als Kreisreferentin für die Arbeit mit Kindern und Familien ein. Im August sei sie für ihre Tätigkeit in Beetzendorf und Rohrberg „halb verabschiedet worden. Heute kommt die ganze Einführung“, merkte Matthias Heinrich an. Neben der Aufgabe als Kreisreferentin engagiert sich Claudia Dennhof weiterhin im Pfarrbereich Apenburg und bei Bedarf im Religionsunterricht.

Zudem beschlossen die Synodalen den Haushalt für 2020, der mit 1,2 Millionen ausgeglichen ist und durch laufende Einnahmen gedeckt werden kann. Unterstützung gibt es unter anderem für den Altmärkischen Kirchentag in Kalbe, die Polizei-, Notfall- und Telefonseelsorge sowie für das Diakonische Werk, das Schuldnerberatung und Flüchtlingshilfe anbietet.