Salzwedel l Wie spendabel sind die Deutschen 2017 gewesen? Das hat die Gesellschaft für Konsumforschung unlängst erfragt. Wie sich zeigt, ist der Wert fast gleich geblieben. Während die Zahl der Spender zurück ging, veränderte sich das Spendenaufkommen kaum, fiel leicht von 5,3 Milliarden 2016 auf 5,2 2017. 

Nicht so im Altmarkkreis Salzwedel. Dessen Spendeneinnahmen stiegen nicht nur 2017, sondern auch in diesem Jahr – von 19.943 Euro 2017 auf 20.167 Euro 2018. Das geht aus einer Antwort von Pressesprecherin Birgit Eurich auf Anfrage der Volksstimme hervor. Seit 2010 lässt sich ein aufsteigender Trend beobachten. 10.875 Euro nahm der Altmarkkreis Salzwedel 2010 an Spenden ein. Bis 2014 waren es in keinem Jahr mehr als 13.222 Euro. Auf die 16.012 Euro aus dem Jahr 2015 folgten 2016 14.935 Euro, die die Kreisverwaltung zum Neujahrsempfang einnahm.

Einnahmen für soziale Projekte verwendet

Den veranstaltet sie stets mit der Sparkasse Altmark West. Jährlich nimmt der Altmarkkreis Salzwedel dort Spendengelder von Bürgern, Firmen, Mitgliedern des Kreistages sowie örtlichen und überörtlichen Organisationen ein. Die Einnahmen wiederum werden dann für lokale soziale Projekte und Zwecke ausgeschüttet. 2018 wurden unter anderem der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverein Salzwedel mit 3000 und der Kreissportbund Altmark West mit 3067 Euro bedacht. Der größte Betrag jedoch ging mit 5000 Euro an das Frauen- und Kinderhaus Salzwedel.

Die Stadt Salzwedel hat dagegen im Jahr 2017 28.721 Euro an Spenden erhalten. Davon gingen allein 6280 Euro an die Feuerwehr. Auch die Jugendwehr wurde mit 3560 Euro bedacht. Während die Brauchtumspflege 4192 Euro an Aufwendungen benötigte, erhielt das Frauen- und Kinderhaus 4000 Euro. 1896 Euro gingen zudem an die örtliche Stadt- und Kreisbibliothek. Immerhin noch 75 Euro bekam die Obdachlosenunterkunft.

Von Unternehmen und Einzelpersonen

Der Rest der Spendengelder ging an Grundschulen, die Jugendkirche, den Jugendweiheverein, die Salzwedeler Tafel und den Tierpark. Weitere Gelder wurden verwendet, um gemeinnützige Veranstaltungen zu bezahlen, in Spielplätze zu investieren oder die Vereinsarbeit zu unterstützen. Vergleichsdaten aus den vergangenen Jahren liegen nicht vor, informierte Andreas Köhler, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadt Salzwedel. Die Spenden 2017 seien gänzlich von Unternehmen und Einzelpersonen gekommen.

Dass sich die Anzahl der Spender verringert hat, gleichwohl der Spendenbetrag nicht gleichermaßen fällt, lässt sich am Beispiel des Hospizvereins Salzwedel nachvollziehen. Waren es 2015 noch 23 und 2016 22 Spender, haben 2017 nur noch 15 freiwillig gegeben. Dennoch: Die Spendenerträge lagen 2015 und 2017 mit 5395 Euro gleichauf, wohingegen es 2016 nur 3125 Euro waren. Gespendet hätten nicht nur öffentliche oder kirchliche Organisationen, sondern auch Privatpersonen. Zwar aus unterschiedlichen Beweggründen, doch meist spielte „die eine oder andere Verlusterfahrung“ eine Rolle, sagte Torsten Liedtke, Mitglied des Vorstandes vom Hospizverein.

Auf Spenden angewiesen

Die ehrenamtlichen Vereinsvertreter seien auf Spenden angewiesen. Bei Beerdigungen beispielsweise sei es sinnvoll, statt in Blumen zu investieren an den Hospizverein zu spenden. Am schönsten sei es, wenn aus selbstlosen Motiven heraus gespendet würde. „Es ist toll, wenn das mit einem guten Gefühl gemacht wird“, sagte Liedtke. Verwendet wird das Geld unter anderem für die Miete und Fortbildungen.