Salzwedel/Kuhfelde l Ein ungewohntes Bild bot sich am Donnerstag (27. August) im und am Jahngymnasium Salzwedel. Es gab das typische Gewusel mit vielen Fragen an die Lehrer zu Organisatorischem und ein fröhliches Hallo an lange nicht gesehene Mitschüler. Trotzdem war es kein gewöhnlicher erster Schultag. Zugewiesene Bereiche für immer zwei Jahrgänge auf dem Schulhof. Pfeile geben im Haus die Laufrichtung vor, immer schön auf der Einbahnstraße. Türen sind nur noch Ein- oder eben Ausgänge – die Corona-Regeln sind erst einmal ungewohnt. Mitschüler und Lehrer sind außerhalb der Klassenräume mit Masken unterwegs. Spender mit Händedesinfektionsmittel stehen bereit. Dass sie dort stehen, erforderte einige Kreativität. Kartenständer wurden kurzerhand umfunktioniert und auf die entsprechende Höhe abgesägt.

Gymnasiasten halten am Maskentragen fest

Die Gymnasiasten tragen es mit Fassung. „Alle waren sehr diszipliniert und ziehen an einem Strang“, sagt Schulleiter Ralf Hoppstock. Er war bis zum späten Vormittag in fast allen Klassen. Dort habe Einigkeit geherrscht, dass die Maskenpflicht weiter bestehen bleibe und nicht, wie vom Bildungsministerium vorgesehen, nur zwei Tage gelte. Darauf hatten sich Schulleitung und Lehrer mit Blick auf die schmalen Gänge im Alt- und Neubau geeinigt. „Die Schüler sehen darin eine Möglichkeit, Schlimmeres zu verhindern“, sagt der Schulleiter. Auch die Eltern zeigten großes Verständnis für die aktuelle Situation mit vielen neuen Regeln. Fast alle der erforderlichen Fragebögen zur Gesundheitsauskunft seien bereits abgegeben, lobt er.

Für die Jungen und Mädchen der Perver-Grundschule Salzwedel ist komplett alles anders. Ihr Schulweg führt sie künftig an die Sonnenstraße. Im östlichen Flügel des einstigen Kindergartens sind für sie Klassenzimmer hergerichtet worden, die die Dritt- und Viertklässler gestern bezogen. Im Erdgeschoss wurde derweil noch eifrig gewerkelt, draußen die letzten Container aufgestellt. Sie sind für die angehenden Erstklässler gedacht. Auch die zweiten Klassen sollen dort ihre Unterrichtsräume erhalten. Wenn alles gut geht ab Montag.

Bürgermeisterin Sabine Blümel hatte im städtischen Marketingausschuss angedeutet, dass dafür noch einige Anstrengungen nötig seien und es „eng werden“ könnte. Die Zweitklässler fanden zunächst im Speiseraum Platz. Schulleiterin Angela Ritter-Hundt nimmt es sportlich: „Wird schon alles klappen.“ Heute gibt es erstmal einen Projekttag zum Kennenlernen der Räumlichkeiten. Nicht nur die sind neu, das Hygienekonzept ist ein weiterer Punkt, der nun zum Schulalltag gehört.

Flüsse als Gruppenbezeichnung

Den wohl mit der größten Spannung erwarteten Teil des ersten Schultages in der Jeetze-Schule Salzwedel verkündet Schulleiterin Antje Pochte über den Lautsprecher: „Wir haben jetzt Tajo, Yukon und Snake-River.“ Die drei Flüsse bezeichnen die Namen der neuen Stammgruppen in den Klassenstufen sieben und elf. Am Donnerstagnachmittag seien 40 neue Fünftklässer begrüßt wurden. „Wir machen das drinnen und auf dem Schulhof“, sagt Pochte. Die Schüler hätten sich gewünscht zu singen: Das sei unter Corona-Bedingungen nur im Freien möglich.

Formulare bereits abgegeben

Das Einhalten der Hygiene-Vorschriften bereite keine Probleme, sagt Antje Pochte: „Platz haben wir genug.“ Das Kollegium sei seit dem 14. August damit beschäftigt, das Schuljahr für die rund 300 Jugendlichen vorzubereiten. Das Verteilen von Corona-Fragebögen an Eltern und Schüler habe problemlos übers Internet funktioniert. Ein Großteil der Formulare sei schon abgegeben worden. „Das läuft gut“, freut sich die Schulleiterin, während sich Klein und Groß im Gänsemarsch durch die Gänge bewegen. „Wenn wir außerhalb der Kohorten (Anm. der Red.Gruppe von gemeinsam agierenden Personen) sind, gilt bei uns Rechtsverkehr“, erklärt sie. Das helfe, unnötige Begegnungen zu vermeiden. Das gemeinsame Mittagessen solle am 14. September wieder eingeführt werden, „wenn bis dahin alles ruhig geblieben ist“.

Grundschule ist eine Kohorte

„Die Grundschule Kuhfelde ist eine Kohorte“, sagt Schulleiterin Kathrin Vorpahl. Nur so seien die Betreuungsstunden abzusichern, bis die Busse kommen. Die Freude der Schüler sei groß gewesen, sich nach den Ferien wiederzusehen. „Mit dem Tragen der Masken außerhalb der Klassenzimmer und auf dem Pausenhof hat es auch gut geklappt“, lobt sie. Dies solle mindestens bis Montag, wenn die Erstklässler zum ersten Mal zum Lernen kommen, beibehalten werden. „Wenn alle Zettel vorliegen und es keine Vorkommnisse gibt, denken wir darüber neu nach“, blickt sie voraus.