Arendsee l Das Arendseer Integrationsdorf befindet sich derzeit in einer gewissen Ruhephase. Aber nur was den Urlauber-Bereich angeht. Denn hinter den Kulissen werden Modernisierungspläne in die Tat umgesetzt und Marketingstrategien auf den Weg gebracht.

Eigentümerwechsel sowie Einschränkungen durch Corona, die zu einem kompletten Übernachtungsstopp in der Einrichtung führten: Hinter dem Integrationsdorf liegt ein turbulentes Jahr 2020. Daia Leja, die am 1. Januar die Verwaltungsleitung übernommen hat, sprach offen über die Zukunftspläne. So werden derzeit Modernisierungen angeschoben, beziehungsweise bereits umgesetzt.

Das Haus 6 wird komplett erneuert und soll als Muster dienen. Genauso oder ähnlich könnten künftig alle Unterkünfte aussehen. Arbeiten stehen zudem in anderen Bereichen an. Einige Terrassentüren werden umgebaut, da sie auf Grund von Schwellen am Boden für Rollstuhlfahrer ungeeignet sind. Ein nicht mehr benötigtes Gebäude soll abgerissen werden. Dort sind weitere Parkplätze für Menschen mit Handicaps vorgesehen. Auch ein neuer Gruppen-/Seminarraum entsteht.

Einrichtung will öffentlich mehr präsent sein

Das Unternehmen IDA Integrationsdorf Arendsee GmbH & Co. KG führt seit einigen Monaten die Regie und hat auch im Marketingsektor einiges vor. „Das Thema Inklusion steht für uns an erster Stelle ‑ unsere Gesellschaft ist im 21. Jahrhundert offener und bunter geworden“, unterstrich Daia Leja und erklärt weiter: „Unsere Zielgruppen waren und sind Menschen mit Handicap und Familien aus allen Bereichen der Gesellschaft.“ Die Einrichtung nutzt beim Marketing natürlich vorhandene Attraktionen. Ein Beispiel: Es gibt eine Anfrage von 120 Yoga-Begeisterten aus Berlin, die 2021 am Arendsee Urlaub machen möchten. Der neue Yoga-Rundkurs passt dazu perfekt.

Durch die Corona-Pandemie herrscht allerdings auch im Integrationsdorf weiterhin Unsicherheit. Daia Leja und ihr Team hoffen auf einen Start an Ostern. Letztendlich bleibt derzeit Zeit, um die Ideen auf den Weg bringen zu können. Die Verwaltungsleiterin, die in der Übergangsphase von Ronald „Pitt“ Krüger unterstützt wird, stammt aus Nordrhein-Westfalen und lebt mit ihrer Familie seit sechs Jahren in Thielbeer. Daia Leja hat in der Hotelbranche gelernt und Betriebswirtschaft studiert. In den vergangenen Jahren arbeitete sie an Kliniken in Hamburg und in Bad Bodenteich. Der Fahrtweg zur Arbeit ist für sie nun wesentlich kürzer.

Das Integrationsdorf will sich für die Zukunft breiter aufstellen. Dazu gehört auch, in der Öffentlichkeit mehr Präsenz zu zeigen und Einheimische zu begeistern. Kinderfeste und ein Tag der offenen Tür könnten dazu beitragen. Genauso wie die Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu mieten. So gab es früher etliche städtische Empfänge auf dem weitläufigen Gelände.

Schnelles Internet ist in Sichtweite

Darüber hinaus schweben der Verwaltungsleiterin weitere Aktionen vor, die aber noch eine Überraschung sein sollen. Fest steht: Schnelleres Internet ist in Sichtweite. Es gab mehrere Gespräche mit der Telekom, Glasfaser soll verlegt werden. Und zwar voraussichtlich in den nächsten Monaten.

Das Urlauber-Interesse an der Einrichtung ist groß. So gibt es unter Vorbehalt Buchungen für 2021 sowie 2022. Das Integrationsdorf will sich über das Gelände hinaus in der Region einbringen. Zum Beispiel wenn es darum geht, einen Zugang in den See für Menschen mit Handicaps auf dem Strandbad-Gelände zu schaffen. Daia Leja könnte sich zudem den Aufbau von Sponsoren-Tätigkeiten vorstellen. Als ein Beispiel nannte sie eine künftige enge Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte in Binde.