Kakerbeck l „Die Schafe waren immer eine Bank für uns. Wir würden es sehr bedauern, wenn sie diesmal nicht dabei wären“, sagt Annegret Jacobs, Geschäftsführerin des Bauernverbandes im Altmarkkreis Salzwedel und als solche in die Vorbereitungsgruppe für die altmärkische Tier- und Gewerbeschau integriert. Die findet am 16. und 17. Juni in Kakerbeck statt – aber wahrscheinlich erstmals ohne die Wolltiere. Dabei sollte es während der zweitägigen Veranstaltung sogar eine Landesschafschau mit rund 20 verschiedenen Rassen geben.

Doch wie Egbert Hofmann vom Schafzuchtverein Altmark während der jüngsten Zusammenkunft der Vorbereitungsgruppe mitteilte, seien die veterinärmedizinischen Auflagen für die Schäfer im Haupt- und Nebenerwerb nur schwer zu stemmen, „denn sie bedeuten einen erheblichen Aufwand“. Daher plädiere der Vorstand des Vereins dafür, sich erstmals nicht an einer altmärkischen Tier- und Gewerbeschau – sie findet alle zwei Jahre abwechselnd im Landkreis Stendal und im Altmarkkreis Salzwedel statt – zu beteiligen. Zwar stünde noch das Votum der Mitgliederversammlung aus, aber es zeichne sich bereits ab, dass dem Vorstand wohl gefolgt werde. „Wir wollen eine klare Linie für künftige Veranstaltungen“, so Egbert Hofmann weiter.

Brucellosefreiheit

Von den Beschickern werde vonseiten des Kreis-Veterinäramtes der Nachweis verlangt, dass ihre Bestände frei von Brucellose seien. Deutschland gelte seit 2000 als frei von dieser Seuche. „Eine solche Erhebung würde einzig der Statistik des Kreis-Veterinäramtes dienen“, sagte Hofmann. Nach seinen Angaben werde nun geprüft, ob der Schafzuchtverein als Mitveranstalter der Schau vom Rechtsbehelf Gebrauch mache. So jedenfalls wurde es auch von anderen Mitgliedern der Vorbereitungsgruppe empfohlen.

Einige zeigten jedoch wegen der ablehnenden Haltung der Schafzüchter ihr Unverständnis. Schließlich seien auch bei anderen Tierrassen, die in Kakerbeck gezeigt würden, hohe veterinärmedizinische Auflagen zu erfüllen.

Kompromiss

Diese sind nach Volksstimme-Information teils gar noch höher angesiedelt als für die Schafe. Hier müsste lediglich rückwirkend für die vergangenen vier Jahre nachgewiesen werden, dass die Bestände frei von Brucellose sind. Dort, wo keine solche Untersuchung stattgefunden hat, würde eine Expertin des Tiergesundheitsdienstes die Bestände in Augenschein nehmen – kostenfrei. Untersucht werden müssten dann aber lediglich jene Tiere, die bei der Schau gezeigt würden – für einen Kostenaufwand von rund zwei Euro pro Schaf.

Bei der altmärkischen Tier- und Gewerbeschau, die 2016 in Krumke im Landkreis Stendal stattgefunden hatte, war von vornherein eine Untersuchung der teilnehmenden Schafe geregelt gewesen, egal, ob es im Bestand einen Nachweis für Brucellose-Freiheit gab oder nicht. Die jetzige Regelung stellt bereits einen Kompromiss dar. Brucellose kann sich auf verschiedene Nutztierrassen und sogar Menschen übertragen.