Salzwedel l In Salzwedel soll es vorerst keine Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht für Katzen geben. Das sehen zumindest die Mitglieder des Verkehrsausschusses des Stadtrates so. Sie diskutierten einen entsprechenden Antrag der AfD-Fraktion. Ziel sei es, die Überpopulation herrenloser und verwilderter Katzen in der Stadt einzuschränken, heißt es sinngemäß in dem Papier. Die Tiere stellten zunehmend ein Problem dar. Im Sinne des Tier- und des Artenschutzes sollte daher gehandelt werden. So könnten auch die Tierheime entlastet werden. Zucht- und reine Wohnungskatzen müssten davon ausgenommen sein. „In anderen Kommunen gibt es solche Verordnungen schon, erklärte AfD-Stadtrat Jens Niemann.

Ihm sei bekannt, dass es in Zerbst und Bad Dürrenberg eine Kastrationspflicht gibt, sagte Bürgeramtsleiter Andreas Hensel. Dabei seien rechtlich hohe Hürden gesetzt, betonte er und berief sich auf den Paragrafen 13 des Tierschutzgesetzes. Darin heißt es unter anderem, dass Tiere beim Fangen keinen Gefahren, vermeidbaren Schmerzen, Leiden oder Schäden ausgesetzt sein dürfen. Zudem verwies er darauf, dass eine Kontrolle kaum umzusetzen ist. Die Tiere würden an den Ohren gekennzeichnet, entgegnete Niemann, so sei zu erkennen, ob sie kastriert sind.

Aufwand nicht leistbar

„Der Aufwand ist von der Verwaltung nicht zu leisten“, konstatierte Bürgermeisterin Sabine Blümel. Momentan laufe eine Studie des Landes-Umweltministeriums dazu. Die Ergebnisse sollten abgewartet werden. Aus ihrer Sicht müsse an die Vernunft und das Verantwortungsgefühl der Katzenhalter appelliert werden, sagte die Bürgermeisterin.

Auf eine Problematik ganz anderer Art machte Norbert Hundt (SPD) aufmerksam: „Wenn zufällig eine entlaufene Katze eingefangen und kastriert wird, ist das dann Sachbeschädigung?“, fragte er nicht ganz ernst gemeint. Die Stadtverwaltung solle sich erkundigen, wie das in Zerbst läuft, forderte Niemann und zog den Antrag vorerst zurück, so dass keine Abstimmung darüber erfolgte.