Salzwedel l Die Lage scheint prekär. Mit einem Hilferuf hat sich die Vorsitzende des Salzwedeler Tierschutzvereins Pfotenhilfe an die Volksstimme gewandt. Es fehle schlichtweg an finanziellen Mitteln und Kapazitäten mit Blick auf die Population und Kastration von Katzen in und um Salzwedel.

„Allein in Deutschland gibt es schätzungsweise zwei Millionen heimatlose Katzen – oftmals ungewollte Nachkommen unkastrierter Hauskatzen oder auch einfach ausgesetzte Tiere“, schildert Nancy Schulz die Situation. Die Samtpfötchen würden ein hartes und gefährliches Leben auf den Straßen, in Grünanlagen und Hinterhöfen sowie verlassenen Gebäuden führen.

„Da die Tiere ursprünglich von Hauskatzen abstammen, sind sie für dieses Leben aber überhaupt nicht mehr gerüstet.“ Vielmehr würden sie schutzlos der Witterung ausgeliefert an Hunger leiden. Viele seien krank, stürben zum Teil qualvoll an ihren Verletzungen. „Die durch ihre vielen Trächtigkeiten völlig ausgezehrten Katzenmütter sind häufig nicht mehr in der Lage, ihren Nachwuchs zu versorgen, der dann ebenfalls jämmerlich zugrunde geht“, so die Vereinsvorsitzende von Pfotenhilfe weiter.

Wenig Platz für Katzenkinder

Doch eine adäquate Hilfe sei in der Region derzeit schwer möglich. „Seit der Schließung des Salzwedeler Tierheims ist der Platz nur noch beschränkt, um Katzenkinder aufzunehmen.“ Dadurch sei auch die Kastrationsquote entsprechend gesunken. „Deswegen appellieren wir an die Bevölkerung, uns Tierschutzvereine und Tierheime zu unterstützen.“

Für den Bereich Salzwedel ist seit der Schließung des Tierheims in Hoyersburg das Tierheim in Ahlum zuständig, das nach Angaben von Nancy Schulz eine sehr gute Arbeit leisten würde. Das Tierheim in Ahlum könne die Aufgabe der Kastration und vor allem Aufnahme von Stubentigern indes nicht allein stemmen, ist sich Schulz sicher. Und der Tierschutzverein Pfotenhilfe könne nur beschränkt helfen. Den Grund dafür hat die Vereinsvorsitzende längst ausgemacht: „Wir bezahlen alles aus eigener Tasche und bekommen bisher keinerlei finanzielle Unterstützung – trotz Anfrage im Rathaus.“

Bürgermeisterin verspricht Hilfe

Das soll nicht so bleiben. „Wir werden dem Verein helfen und lassen ihn nicht im Regen stehen“, verspricht Bürgermeisterin Sabine Blümel, auf Anfrage. Auch für die Tierschutzarbeit gebe es Fördergeld. Beim Finden eines geeigneten Programms und der Beantragung, wolle die Stadtverwaltung unterstützen.

Dennoch bleibt dem Salzwedeler Tierschutzverein momentan nur, die besorgten Tierschützer in und um Salzwedel abzuweisen und nach Ahlum zu schicken. Doch auch dort sei die Kapazität dahingehend erschöpft und es würde an entsprechenden Mitteln fehlen. „Einiges wird von uns als Vereinsvorstand aus eigener Tasche bezahlt und dementsprechend können wir nur wenigen Tieren helfen.“

Daher richtet der Verein einen Appell an die Tierschützer und Tierfreunde der Region zu helfen. Ob selbst aktiv bei der Pflege oder mit Spenden, um die Katzen kastrieren zu können. Der Tierschutzverein Pfotenhilfe berät dahingehend.

Kontaktdaten:

Wer sich engagieren oder spenden möchte, findet alle notwendigen Informationen auf der Internetseite des Salzwedeler Vereins. Via E-Mail ist Nancy Schulz unter folgender Adresse erreichbar: tsv.pfotenhilfe@gmail.com. Ein telefonischer Kontakt ist ebenfalls möglich, dann über die Rufnummer 03901/39 399 71.