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KfZ-Zulassung wird im Altmarkkreis-Salzwedel zur Geduldsprobe

Die Zulassung von Fahrzeugen erfordert nach wie vor Geduld. In der Behörde ist die Terminvergabe wegen Hygienemaßnahmen eingeschränkt. Online sind sie ruckzuck weg.

Die Termine für Mai sind in der Zulassungsstelle schon fast ausgebucht. Meist sind sie nach dem Freischalten innerhalb von zwei Stunden vergeben.
Die Termine für Mai sind in der Zulassungsstelle schon fast ausgebucht. Meist sind sie nach dem Freischalten innerhalb von zwei Stunden vergeben. Screenshot: Gesine Biermann

Gesine Biermann und Antje Mewes (Altmarkkreis) - Mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein, liegt im Trend. Bedeutet es doch gerade in der Pandemie ein Stück Unabhängigkeit. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Zulassungen deutschlandweit um 50 Prozent gestiegen. Wer glücklicher Besitzer eines solchen neuen Gefährts ist oder sich einen Wohnanhänger gekauft hat, kann dennoch nicht sofort den ersten Ausflug starten. Bevor es auf Tour geht, muss das Fahrzeug zugelassen werden. Und das ist nicht eben mal flugs möglich, wie eine junge Familie aus der Westaltmark kürzlich erfahren hat.

Als sie Anfang Mai online in der Kfz-Zulassungsstelle der Kreisverwaltung einen Termin buchen wollten, mussten die Neu-Eigentümer eines Wohnmobils feststellen, dass die nächsten drei Wochen schon ausgebucht waren. Im Wonnemonat wird es also voraussichtlich erst einmal nichts mit der großen Freiheit auf vier Rädern.

Das geht nicht nur ihnen so, wie erzürnte Anrufe von Lesern in der Volksstimme-Redaktion beweisen. Sie berichten von ihren Schwierigkeiten, als Privatperson ein Fahrzeug zuzulassen oder umzumelden. Vor allem die Wartezeiten lassen manchen Geduldsfaden reißen.

Das sei zwar unbefriedigend, habe aber seine Gründe, erklärt Kreissprecherin Birgit Eurich auf Anfrage der Volksstimme. Um Bürger und Mitarbeiter vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, würde momentan ein Drittel weniger Termine direkt vergeben. Mehr ließen die vorhandenen Räumlichkeiten in der Zulassungsstelle nicht zu. „Es ist allerdings zu beobachten, dass ein erhöhtes Arbeitsaufkommen über die von Autohäusern eingereichten Unterlagen entsteht, da die Nachfrage beim Autokauf und -verkauf nach wie vor gegeben scheint“, erklärt sie. Zudem gebe es auch in der Zulassungsstelle zeitlich begrenzte personelle Engpässe. Birgit Eurich: „Urlaubs-, krankheits- und schulungsbedingte Ausfälle sind wie bei jedem anderen Arbeitgeber zu managen.“

In Ausnahmefällen telefonische Vergabe

Die Online-Terminvergabe sei in Zeiten der Digitalisierung einer von vielen Bereichen, mit denen sich eine Verwaltung modern aufstellt. Den Verantwortlichen im Landkreis sei klar, dass längst nicht alle Bürger einen Internetanschluss haben oder mit diesem Medium vertraut sind. Daher würden in begründeten Ausnahmefällen nach wie vor telefonisch Termine vergeben.

„Bei der Terminvergabe ist es in der Tat so, dass freitags alle zwei Wochen ab 8.30 Uhr für 14 Tage im Voraus die Termine freigeschaltet werden“, erläutert die Kreissprecherin das Prozedere. Dabei seien diese aufgrund der sehr hohen Nachfrage mitunter innerhalb von zwei Stunden vollständig vergeben. Frei werdende Termine aufgrund Absagen würden sukzessive wieder freigeschaltet. Die Kfz-Zulassungsstelle behalte sich dabei ein gewisses Kontingent an Terminen für genannte Ausnahmefälle vor, erklärt sie. Eine Warteliste werde nicht geführt.

„Dem Landkreis ist bewusst, dass es oftmals beschwerlich erscheint, einen Termin online zu buchen und dadurch vielfach Unmut aufkommt“, räumt die Kreissprecherin ein. Mit der Online-Vergabe seien die Wartezeiten aber bereits erheblich verkürzt worden.

Im Interesse aller sollten keine Mehrfachbuchungen für einen Vorgang vorgenommen werden. Wer nicht zur vereinbarten Zeit in der Zulassungsstelle erscheinen kann, sollte unbedingt rechtzeitig absagen, damit keine Termine ungenutzt verfallen, bittet die Kreissprecherin um Rücksichtnahme.