Salzwedel l Wer mit jüngeren Kindern nach Salzwedel ziehen möchte oder Nachwuchs erwartet, kann sich sicher sein, in den städtischen Einrichtungen einen Betreuungsplatz für seine Sprösslinge zu bekommen. „Wir haben keine Warteliste“, sagt Doris Gensch, Geschäftsführerin des Eigenbetriebs Kindertagesstätten. Es werde immer versucht, die Aufnahme zügig zu klären. „Im Interesse der Kinder“, erklärt sie. Von heute auf morgen sei das aber auch in Salzwedel nicht möglich. Wenn jemand zuziehe oder vergessen habe, sein Kind rechtzeitig anzumelden, müsse er schon mal eine gewisse Zeit warten. Und mit dem Wunsch für eine ganz bestimmte Kita könne es auch nicht in jedem Fall klappen, räumt Gensch ein. Es werde aber versucht, darauf einzugehen und vieles für die Eltern möglich zu machen.

Krippenkinder sollten ein halbes Jahr bevor sie in eine Einrichtung gehen angemeldet werden. Kindergartenkinder mit dem zweiten Geburtstag. Das gilt auch für jene, die eine Kindertagesstätte mit Krippenbereich besuchen. Es gebe dabei keinen Automatismus beim Übergang in den Kindergarten. Alle sollen die gleichen Chancen auf ihren Wunschkindergarten haben. Zudem gelte es, räumliche Situationen zu berücksichtigen, das Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen wird beachtet, und dass Geschwisterkinder im selben Haus betreut werden können.

Kaum Leerstand

Die Zeiten, in denen Krippen- und Kindergartenplätze im Übermaß vorhaben waren, seien lange vorbei“, erzählt die Betriebsleiterin. „Wir brauchen nicht mehr auf Zuzug zu warten, um unsere Plätze aufzufüllen“, erklärt sie. Es gebe kaum Leerstand, im Gegenteil: „Die Kapazitäten sind gut ausgeschöpft“, betont sie.

Vielfältiges Angebot in Salzwedel

Aktuell werden die meisten Kindergartenkinder betreut, ehe gut 100 von ihnen im August in die Schule kommen. Rund 60 Prozent dieser Jungen und Mädchen werden von ihren Eltern für den Hort angemeldet. Die Erzieherinnen des Eigenbetriebs betreuen in diesem Jahr im Schnitt rund 1170 Kinder, davon rund 220 unter drei Jahren, 500 im Kindergarten und 450 im Hort, wobei das nächste Kita-Jahr am 1. August beginnt und es ständig Zu- und Abgänge gibt. Die Belegung sei relativ konstant. Wenn es Spitzen gebe, werden die mit Ausnahmegenehmigungen bei der Platzzahl in den einzelnen Einrichtungen abgefangen. „Das ist ein vertretbarer Weg“, schätzt Doris Gensch ein. Es sei nicht sinnvoll, wegen vorübergehend höherer Kinderzahlen „etwas aus dem Boden zu stampfen“, das in drei bis fünf Jahren nicht mehr gebraucht wird“, macht die Betriebschefin deutlich, warum die Kapazität nicht weiter erhöht wird.

Dass die Stadt mit „Bummi“ und „Villa Zwergenland“ zwei Häuser ausschließlich für die unter Dreijährigen vorhalte, habe sich bewährt. „Wir sind froh, dass wir sie haben“, betont Gensch. Denn dort könnten im Bedarfsfall Babys, die jünger als ein Jahr sind, betreut werden. Etwa wenn die Eltern berufsbedingt, wegen Ausbildung oder Studium die Elternzeit nicht voll ausnutzen können.

Geburtenraten konstant

Der Propstei-Kindergarten und das Spatzennest nehmen Kinder ab drei Jahren auf und die Kitas Sieben Eichen, Schwalbennest, Max und Moritz, Kronsberg, Pretzier, Seebenau und Henningen, ab einem Jahr. Dabei gibt es gerade in Salzwedel im Vergleich zu anderen Städten im Kreis ein sehr vielfältiges Angebot. Die Eltern können zusätzlich unter sechs freien Trägern wählen. Darunter ein bilingualer und ein reformpädagogischer Kindergarten.

Gensch hat beobachtet, dass die Geburtenrate in den zurückliegenden Jahren relativ gleich geblieben ist. Die Eltern seien heute mit den variablen Elternzeiten breiter aufgestellt. Die meisten Krippenkinder werden im Alter von 12 bis 13 Monaten zum ersten Mal in eine Einrichtung gebracht. Meistens, wenn die Mutter wieder arbeiten will. Viele nutzen aber auch die „Papi-Monate“, wie sie die Elternzeit für Väter nennt. So komme es inzwischen viel häufiger als noch vor einigen Jahren vor, dass die Väter mit ihren Sprösslingen zur Eingewöhnung in die Kita kommen.