Eickhorst l Eckhard Schulz blickt optimistisch in die Zukunft. Die steht in Gestalt des Wittingers Diethelm Lilje neben ihm. Dieser beschreibt die Schritte auf dem Weg zum Bauernhof im beschaulichen Eickhorst, auf dem Galloways und alte Haustierrassen gehalten sowie gestresste Großstädter ihre Handys beiseite legen und Ruhe finden sollen.

In die jüngere Vergangenheit blickt Eckhard Schulz nicht so gern zurück. Gemüseproduktion und -vermarktung, dazu Tierhaltung von Mutterkühen und Schweinen überforderten den gebürtigen Wendländer, der seit 1996 den Hof im Dährer Ortsteil Eickhorst bewirtschaftet. Gegen ein Tierhaltungsverbot legte er erfolgreich Widerspruch beim Verwaltungsgericht Magdeburg ein. Anfang des Monats musste er sich wegen Vernachlässigung seiner Tiere vor dem Amtsgericht Salzwedel verantworten.

Hilfe

Diethelm Lilje aus Wittingen war früher eigentlich Bauunternehmer, bis er sein Leben änderte. Ursprünglich sollte es nur eine kleine Bio-Landwirtschaft sein. Doch dann wurden es mehr und mehr Galloways, die auf Naturschutzarealen im Raum Gifhorn und Celle weiden. Lilje setzt auf Vermarktung in der Region, in Biomärkten, Restaurants und im eigenen Imbiss-Stand.

Einer seiner Mitarbeiter habe ihm von Eckhard Schulz erzählt, rekapituliert Lilje den Gang der Dinge. Der Wittinger sah sich kurzentschlossen in Eickhorst um, organisierte Unterstützung für Eckhard Schulz und schmiedete Pläne.

Verträge

Im Januar sollen die Verträge über eine Unternehmensgemeinschaft geschlossen werden. 50 bis 60 Galloways sollen im kommenden Jahr in die Altmark kommen. Zuvor müssen jedoch noch die Weiden hergerichtet und die Ställe saniert werden. Der Stall, der augenblicklich die „wilde Mischung an Mutterkühen“, so Eckhard Schulz, beherbergt, soll die Unterkunft der Mastbullen werden. Auch Schweine wird es verstärkt in Eickhorst geben, nicht nur die fünf temperamentvollen jungen Bad Bentheimer. Diethelm Lilje sieht in den Schweinen vor allem die Specklieferanten für seine Bratwürste, der derzeit noch zugekauft wird. „Alles in Abstimmung mit den zuständigen Behörden“, betont Lilje.

Das große Haus solle in eine Pension für Gäste umgebaut werden, die die Schönheit der Region erleben wollen. Planwagenfahrten, Abstecher zum Freilichtmuseum in Diesdorf und zu den Großsteingräbern, Einkehr bei Kaffee und Kuchen - Diethelm Lilje hat schnell das erste Programm für die Gäste zusammen. Wenn diese wollen, können sie natürlich auch auf dem Hof mit helfen. Er selbst kannte die Altmark bislang nur vom Blick aus dem Autofenster vom Durchfahren. Seit seinem Engagement in Eickhorst ist er auch abseits der Straßen unterwegs und stellt fest: „Es ist sehr schön hier.“

Keine Kredite

Doch bis die ersten Gäste kommen, ist auf dem Hof noch viel zu tun - Aufräumen, Dachreparaturen, umfangreiche Sanierungsarbeiten in den Ställen. Diethelm Lilje visiert einen Zeitraum von fünf bis sechs Jahren und ein Investitionsvolumen von etwa 150 000 Euro an. „Die Arbeit machen wir selber“, stellt der frühere Bauunternehmer klar, der von Krediten nichts hält. „Es wird das reinvestiert, was erwirtschaftet wird. Banken werden hier nicht reinkommen.“

Auch wenn die großen Pläne noch mit keinem konkreten Zeitplan verbunden sind, eines hat sich Diethelm Lilje fest vorgenommen: Im September kommenden Jahres soll in Eickhorst ein Hoffest stattfinden. Eine weitere Idee sind Marktstände, die immer auf dem Hof zu finden sind. Der Hofverkauf der eigenen Produkte gehört ebenfalls zu den Plänen. „Vielleicht könnten die Gäste mit den Produkten des Hofes hier auch selber kochen“, denkt er laut nach.

Transparenz in der Landwirtschaft ist Diethelm Lilje wichtig, daher auch der frühe Gang an die Öffentlichkeit. „Man muss dazu stehen“, betont er. Die Kooperation mit Eckhard Schulz ist aus seiner Sicht eine Win-Win-Situation für beide. Schulz könne in Eickhorst neu durchstarten, der Gallowayhof Wittingen weiter expandieren.