Medizin

Kurklinik in Arendsee nimmt seit 25 Jahren eine Vorreiterrolle in Deutschland ein

Von Christian Ziems
Klinikleiterin Marion Danner und DRK-Landesgeschäftführer Carlhans Uhle gingen auf die Geschichte der Einrichtung. In der Mitte machte es sich Therapiehündin Ordrie gemütlich – seit Anfang 2020 im „Dienst“ und der heimliche Star der Feierstunde. Foto: Christian Ziems

Arendsee

Seit 25 Jahren besteht die Arendseer Kurklinik und eigentlich sollte es eine Party geben. Doch in der jetzigen Pandemie blieb nur eine Feierstunde. Ausgiebig gewürdigt werden soll das Jubiläum mit einem Fest 2022. In kleiner Runde tauschten sich die elf Mitarbeiterinnen, die von Anfang an dabei sind, aus. Schreibmaschine, Telefon und ein leerer Schrank – so sah der Beginn in den Büros vor einem Vierteljahrhundert aus.

63 Mitarbeiter beschäftigt

Schnell wuchs nicht nur die technische Ausstattung, sondern auch das Interesse der Gäste. Das umfangreiche Konzept lautet zusammen gefasst: „In der Kurklinik Arendsee werden Mütter und Väter von ihren Alltagsverpflichtungen entlastet, damit sie Zeit gewinnen, durch Therapien, Beratungen und Freiräume etwas für ihre Gesundheit zu tun.“

Zunächst hatten auf dem Areal aber Bauarbeiter das Sagen. Sie setzten eine Entscheidung des Deutsches Roten Kreuzes (DRK) um, nicht das bekannte und inzwischen abgerissene Waldheim umzubauen, sondern lieber auf der grünen Wiese zu bauen. Baubeginn war im Januar 1995. Der Grundstein wurde am 15. März gelegt. Bereits am 14. Juli war Richtfest. Die Einweihung erfolgte am 10. Mai 1996. Die ersten Kurgäste konnten am 14. Mai begrüßt werden. Allerhand Zahlen waren zum 25-jährigen Jubiläum zu hören.

DRK-Landesgeschäftsführer Dr. Carlhans Uhle ging zudem auf das Wesentliche ein: die Mitarbeiter. 63 Angestellte hat die Vorsorge- und Rehabilitationsklinik derzeit. Elf von ihnen sind ein Vierteljahrhundert dabei und haben auch Tiefen überwunden. „Besser sein als andere“, nannte Carlhans Uhle einen Grund für den Erfolg. Zu den Krisen gehörten Änderungen von Gesetzen 1997. Die Kurzeiten wurden verkürzt und nicht mehr so umfangreich bewilligt wie vorher. Die Auslastung konnte mit neuen Ideen wieder gesteigert werden. In Arendsee wurde bereits 1999 ein Schwerpunkt auf ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom) gesetzt – damals einmalig in Deutschland.

Immer wieder wird Neues ausprobiert

Eine Vorreiterrolle wird zudem bei Vater-Kind-Kuren und Angeboten speziell für Jugendliche eingenommen. Die vergangenen Jahre liefen immer erfolgreicher, dann kam Corona. „Der letzte Koffer“ steht über einem Foto in der Chronik. Es entstand am 18. März 2020. Damals musste für mehrere Monate geschlossen werden. Die Einrichtung setzte sich dafür ein, unter den finanziellen Rettungsschirm der Bundesregierung zu kommen – mit Erfolg. Am 23. Juni begann wieder der Betrieb, zunächst nur mit einer Auslastung von 30 Prozent. Das Hygiene-Konzept bewährt sich, es gab bislang nur wenige positive Fälle. Die Auslastung nähert sich wieder den 100 Prozent – der Bedarf nach Kuren ist da. Immer wieder kommt es aber zu kurzfristigen Absagen von einigen Gästen, da der PCR-Test, der noch vor Beginn der Anreise Pflicht ist, positiv ausfällt. In der Klinik selbst werden Gäste sowie Mitarbeiter regelmäßig mit Schnelltestes getestet. So auch vor der Feierstunde.