Zethlingen l „Bis Sonnabend lagen wir bei rund 5600 Besuchern in diesem Jahr. Wir werden wohl nahe an die Zahl des Vorjahres herankommen, als wir 6000 Gäste begrüßen konnten“, schätzt Museumsmitarbeiter Lothar Mittag, der für die Langobardenwerkstatt Zethlingen verantwortlich ist. Allerdings – zum Saisonabschluss regnet es.

Doch es kommen tatsächlich 63 Besucher. Für Marina Janowski, Gemeindepädagogin im Bereich Buchholz (Landkreis Stendal), ist der Tagesausflug zu den Langobarden am Saisonabschluss-Tag ein fester Programmpunkt. „Das Wetter ist nicht so schlimm, hier ist ja vieles überdacht“, sagt sie. Hier könnten die Kinder kennenlernen, wie Menschen einst gelebt haben, sich selbst ausprobieren und „die leckere Suppe genießen“. Viele der Mitgereisten, die von den Vätern Andreas Meyer und Daniel Wulff begleitet werden, waren schon mal in Zethlingen. „Armbänder machen und Bogenschießen“, darauf freut sich Marlene. „Ich möchte gern wieder eine Tasche aus Leder anfertigen“, sagt Jennifer. „Mir gefällt einfach alles“, fasst Julia zusammen. Und schon kann das Mitmachen beginnen.

Förderverein zählt 63 Mitglieder

„Wir haben uns den Ausflug für heute vorgenommen“, erzählt Nadine Runge aus Hanum. Die drei Kinder Hannes, Richard und Mathea schlüpfen erst mal in die Lederwerkstatt. Die Jungs gehen gleich ans Werk, um mit an der Umhängetasche und dem Messer-Etui zu arbeiten. Töchterchen Mathea ist noch etwas zu klein: Papa Jürgen Rudolph hilft aber gern.

Mitglieder des Fördervereins Langobardenwerkstatt Zethlingen helfen an den einzelnen Stationen. Derzeit seien es 63, weiß Lothar Mittag. Zwei neue seien während der Jahreshauptversammlung aufgenommen worden.

Der Vorstand ist erneut gewählt worden: Eckart Frey aus Samswegen steht als 1. Vorsitzender weiter an der Spitze. Unterstützt wird er von Roman Schöpp aus Magdeburg als 2. Vorsitzenden. Lothar Mittag aus Vissum engagiert sich als Schatzmeister, Gudrun Mittelstädt aus Siepe als Schriftführerin. Ellen Melzian aus Osterburg ist als Beisitzerin mit dabei.

Auf dem Mühlenberg ist immer etwas zu tun, nicht nur bei Veranstaltungen. Deshalb hatte der Verein Heiko Bünnig für ein paar Monate als Unterstützung eingestellt. „Er hilft beim Rasenmähen, sieht aber auch, wo an anderen Stellen etwas gemacht werden muss“, lobt Lothar Mittag. In diesem Jahr seien beispielsweise gemeinsam alle Dachrinnen erneuert worden. Ein Projekt steht noch an: Der Holzschuppen, unter dem die Filzerinnen sitzen, müsste erneuert werden. „Für diese Saison haben wir ihn noch mal in Gang gebracht. Aber da muss unbedingt was gemacht werden“, blickt er voraus.

Termin für größere Gruppen

Einer der Höhepunkte des zu Ende gehenden Jahres sei das Treffen mit den „Römern“ und „Germanen“ zu Pfingsten gewesen, befreundete Vereine, die Geschichte ebenfalls lebendig vermitteln wollen. „Wir hatten etwa 400 Besucher. Das war ein richtig guter Andrang“, erzählt der Museumsmitarbeiter. Aber auch die Ferienwerkstätten für Kinder seien sehr gut angenommen worden. Im Schnitt seien bei jedem der sechs Veranstaltungen 300 Gäste da gewesen, noch einmal etwas mehr als im Vorjahr. An einem Tag seien es sogar gut 400 Besucher gewesen. „Da stoßen wir an unsere Grenzen“, gibt Lothar Mittag zu. Im nächsten Jahr soll größeren Gruppen, die sich anbieten, ein separater Termin für die Mitmach-Werkstatt angeboten werden.

Eine Chance zu einem Besuch in diesem Jahr gibt es noch für den Nachwuchs: Während der Herbstferien wird am Mittwoch, 9. Oktober, von 10 bis 14 Uhr noch einmal zum Ausprobieren eingeladen.

Fahrt nach Halle geplant

Wenn die Saison dann zu Ende ist, wollen sich die Fördervereinsmitglieder weiterbilden. Die Fahrt führt am 9. November ins Landesmuseum Halle. „Dort ist die Dauerausstellung erweitert worden und in der römischen Kaiserzeit angekommen. Das ist genau die Zeit, die uns betrifft“, schildert Lothar Mittag. Und eine Bildungsreise könne auch nicht schaden.

Danach geht es gedanklich schon wieder in die nächste Saison: Diese wird planmäßig am 1. Mai 2020 eröffnet. „Vielleicht sogar mit einer Vereinsbörse der Einheitsgemeinde Kalbe. Da sind wir momentan im Gespräch“, fügt er hinzu.