Tourismus Arendsee

Nachfragen auch im Winter

Die allgemeine Planungs-Unsicherheit macht auch vor der kommunalen Luftkurort Arendsee GmbH nicht halt.

Von Von Christian Ziems

Arendsee l Regelmäßig ist Sonja Nowak unterwegs, um auf den verlassenen Urlauber-Arealen nach dem Rechten zu sehen. „Es ist alles in Ordnung, wir haben keine Probleme mit Vandalismus und Einbrüchen“, erzählt die Interims-Geschäftsführerin. Dass hinter dem Tor der Kasse II des Strandbades – vom Gehweg gut sichtbar – jede Menge Schrott liegt, hat einen Grund. Dieses Altmetall lag in einer Senke, abseits vom sonstigen Besucherstrom und war bereits von Brombeeren überwuchert. Es handelt sich unter anderem um Reste eines alten Steges. Dieser Bereich wurde in den vergangenen Wochen aufgeräumt. Der Schrott bleibt dort natürlich nicht liegen. Er wird von einer Firma abgeholt und fachgerecht entsorgt.

Direkt gegenüber der Kasse II ist noch die Brandruine eines Bungalow-Rohbaus zu sehen. Die Überbleibsel werden bekanntlich ebenfalls beseitigt. Die Stellfläche kann dann wieder neu vergeben werden.

Und: Das Interesse am Campen ist da. Dies stellt Sonja Nowak bei ihren Rundgängen immer wieder fest. Gäste kommen mit dem Pkw nach Arendsee, parken auf dem Stellplatz und gehen dann auf dem Campingplatz spazieren. Nicht ohne Hintergedanken. Denn in Corona-Zeiten haben sich die Urlauber-Ziele geändert. Noch ist unklar, ob es im Sommer wieder wie gewohnt mit Wohnmobil und Co auf die beliebten Plätze in Italien oder Spanien geht.

Darum wird das Inland beliebter. Es gibt immer wieder Nachfragen, Urlauber wollen ihr Mobil beziehungsweise ihren Wohnwagen für ein paar Monate oder sogar dauerhaft am Arendsee platzieren. Doch die freien Flächen sind rar. „Wir haben eine Warteliste“, machte die GmbH-Mitarbeiterin deutlich. Die Kapazität für Caravans soll bekanntlich erweitert werden. Seit Jahren ist von neuen Stellflächen im Strandbad die Rede. Doch noch laufen die städtischen Planungen. Ob sie in der kommenden Saison angeboten werden können bleibt derzeit offen.

Klar scheint: Der Campingbereich wird wohl auch 2021 zum finanziellen Zugpferd des kommunalen Unternehmens werden. Darauf deuten alle Anzeichen hin. Und so wird bereits regelmäßig kontrolliert und auftauchende Schäden werden schnell beseitigt. Denn der Saisonbeginn soll reibungslos verlaufen. Derzeit herrscht Ruhe, auch die Dauercamper machen sich rar und halten sich damit an die Corona-Regeln. „Es gibt viel Verständnis“, beschreibt Sonja Nowak die Situation.

Beim Strandbad ist die Unsicherheit wesentlich größer. Niemand kann sagen, ob Rutsche und Spielgärten wieder in Betrieb gehen dürfen oder dies gegen Pandemie-Regeln verstößt. In diesem Bereich sind Instandsetzungsarbeiten nötig. Zudem müssen die Pumpen, die das Wasser aus dem See liefern, versetzt werden. Der niedrige Wasserstand macht dies nötig. Um sechs bis acht Zentimeter sei dieser in den vergangenen Wochen gestiegen, haben die GmbH-Mitarbeiter gemessen. Dies genügt aber noch nicht. Die Einschätzung gilt auch mit Blick auf das Schiff Queen. Es kann über die vorhandene Anlage nur an Land gezogen werden, wenn der Pegel weiter steigt. Für das Schiff steht der TÜV an.

Der Wasserstand, die Pandemie und auch das Verschieben der nächsten Stadtratssitzung hat Auswirkungen auf den kommunalen Betrieb. Denn die Kommunalpolitiker wollten eigentlich über den Haushalt 2021 abstimmen, damit dieser genehmigt werden kann. Ohne den Haushalt hängt auch die GmbH ein Stück weit in der Luft und muss mit Investitionen noch warten. Der Wirtschaftsplan des Betriebes ist Bestandteil des Haushaltes der Gemeinde. Wann dieser beschlossen wird, ist offen. Einen neuen Termin für die Sitzung gibt es noch nicht.