Arendsee l Ein gepflasterter und ungenutzter Bereich direkt neben dem Gehweg befindet sich an der Straße Am Markt, nahe der Johanneskirche. Nur wer schon länger in Arendsee wohnt, weiß: Dort befand sich einst eine Bushaltstelle. Sie wurde überwiegend von Schülern genutzt. Doch es gab immer wieder Ärger mit Müll und Lärm. Schließlich wurde der Schülerverkehr an die Alte Poststraße verlegt. Dort ist über den Sportplatz für Kinder und Jugendliche der Grund- sowie der Fontane-Schule ein direkter Zugang möglich. Doch die Fahrbahn hält dem Gewicht der Busse kaum noch stand. Die Folge sind schiefe Borde und verschobene Pflastersteine. Zudem werden Seitenbereiche in Mitleidenschaft gezogen, wenn sich die breiten Gefährte begegnen und ausweichen müssen. Vom Ordnungausschuss gab es den Auftrag an die Verwaltung, Gespräche mit Kreis, Polizei sowie der Personenverkehrsgesellschaft (PVGS) zu führen.

Diese stehen noch aus, wie Haupt- und Ordnungsamtsleiter Michael Niederhausen jüngst im Sozialausschuss erklärte. Auch dieses Gremium hat sich das Thema auf den Tisch gezogen. Denn es geht um Kinder und Jugendliche. So sollen die beiden Schulen bei der Bus-Diskussion künftig mehr eingebunden werden. Eine für alle Seiten perfekte Lösung wird es aber wohl nicht geben. Es ist kein Geheimnis: Beide Bildungsstätten sowie Eltern favorisieren die jetzige Haltestelle an der Alten Poststraße.

Haltestelle direkt an der Kirche

Doch die Anlieger verweisen auf den schlechten baulichen Zustand. Eine in der Kommunalpolitik diskutierte Alternative bildet der Bereich am Marktplatz. Dort stiegen Schüler bereits während des Ausbaus der Bahnhofstraße ein und aus. Aus der Kurzzeit- könnte eine Dauerlösung werden. Der Weg würde vom Markt – dort gibt es bereits eine Haltestelle – auf einem Fußweg am Rathaus vorbei in Richtung der beiden Bildungsstätten führen. Überquert werden müsste die Straße Dessauer Worth.

Noch dichter an den Schulen wäre eine wiederbelebte Haltestelle an der Johanneskirche, die direkt hinterm Rathaus existiert. Die Pflasterung für Busgäste, die warten müssen, ist vorhanden. Lediglich eine Überdachung fehlt. Die vorhandene Konstruktion könnte von der Alten Poststraße dorthin versetzt werden. Bleibt die Frage, wie die Busse dort hinkommen. Die Feldstraße spielt dabei eine entscheidende Rolle. Doch die ist auch nicht übermäßig breit und am evangelischen Gemeindezentrum Unterm Regenbogen gibt es eine enge Stelle. Um Begegnungsverkehr zu verhindern, könnte der Bereich zur Einbahnstraße werden. Das könnte die Einheitsgemeinde als Eigentümer der Fahrbahn selbstständig entscheiden.

Probleme sind seit Jahren ungelöst

Beim Busverkehr haben aber noch andere Gremien mit zu entscheiden. Darum gilt es, die Optionen nun Verantwortlichen auf Kreisebene zu klären. „Wir sind dran“, so Michael Niederhausen. Seitens der Kommunalpolitik hieß es, die Verwaltung müsse mehr Druck ausüben, bevor die Alte Poststraße noch mehr in Mitleidenschaft gezogen werde. Der Unterbau ist dem Gewicht der Busse nicht gewachsen.

Die Anlieger schlagen seit Jahren Alarm und lassen nicht locker. Sie fühlen sich im Nachteil, da viel Verkehr auf der Straße unterwegs ist. Dies hängt nicht nur mit den Schulen zusammen. Die Alte Poststraße ist auch Haupttrasse zum Kinder-Eltern-Zentrum Seeperle. Auf dem Grundstück befand sich vor diesem Neubau ebenfalls eine Kindertagesstätte. Das abgerissene Gebäude trug den Namen „Zur Mühle“ und stand auf der anderen Seite des Areals. Die Kinder wurden darum damals kaum über die Alte Poststraße sondern vor allem über die Schulstraße zur Kita gebracht.