Salzwedel l Annekatrin Janko muss ihre Aufgabe als kommissarische Schulleiterin prima gemacht haben. Seit einem Monat hat sie jetzt wieder weniger Verantwortung: Lydia Hartmann ist die Neue, die den Zuschlag als Leiterin der Lessing-Grundschule Salzwedel erhalten hat.

Die heute 31-Jährige hat in Niedersachsen Lehramt studiert, die Ausbildung für Grund- und Hauptschule mit dem Master abgeschlossen. Dann begann sie in der Grundschule Gusborn im benachbarten Wendland zu unterrichten: ein Jahr als Lehrerin, danach fünf Jahre als Schulleiterin.

Täglich eine Stunde weniger Fahrzeit

„Gelernt haben dort insgesamt 60 Schüler, es war also eher eine kleinere Schule“, erzählt sie. Die Arbeit habe ihr großen Spaß gemacht. Nur die Fahrzeit von einer Dreiviertelstunde habe sie zunehmend gestört, erst recht, nachdem ihr Töchterchen vor knapp drei Jahren auf die Welt gekommen ist. „Deshalb habe ich mich umgeschaut, nach einer neuen Herausforderung gesucht“, sagt die junge Frau, die mit ihrer kleinen Familie in einem Dorf in der Einheitsgemeinde Salzwedel lebt. Auch wenn sich durch die Corona-Pandemie das Bewerbungsverfahren hingezogen hätte, sei sie glücklich, die Stelle bekommen zu haben. Denn nun fahre sie nur noch eine Viertelstunde bis zur Schule. „Eine Stunde mehr Freizeit, das macht viel aus für ein glückliches Lebensgefühl“, sagt Lydia Hartmann. Das bringe ihr auch mehr Zeit für ihre Hobbys: Denn sie sei gern kreativ beim Nähen, Malen und Basteln.

Nun, in Salzwedel, ist sie für etwa 240 Schüler verantwortlich. „Ich habe mich hier vom ersten Tag an sofort heimisch gefühlt“, beschreibt sie. Sie habe gute Erinnerungen an die Schule: Denn hier habe sie während des Studiums ein mehrwöchiges Praktikum absolviert.

Alle Kanäle nutzen

Annekatrin Janko helfe ihr beim Einarbeiten. „Ich genieße es, eine Stellvertreterin an meiner Seite zu haben. Das gab es in Gusborn bei der geringeren Schülerzahl nicht“, schildert die junge Lehrerin, die am liebsten Kunst und Deutsch unterrichtet.

Lydia Hartmann freut sich auf die neue Aufgabe: eine ziemlich große Schule gemeinsam mit den Kollegen mit entwickeln zu dürfen. „Wir müssen in Sachen digitale Bildung vorankommen, die liegt hier noch im Dornröschenschlaf“, nennt sie ein Beispiel. In der Schule gebe es bislang nur einen Tabletsatz, mit dem die Grundschüler Deutsch- und Mathematikaufgaben erledigen. „Sie erhalten sofort Rückmeldung, ob etwas richtig oder falsch ist. Da geht es auch richtig ruhig im Unterricht zu“, erzählt Lydia Hartmann. Dieser Bereich müsse ausgebaut werden, die Lehrer bereit sein, ihr Wissen dahingehend zu vertiefen. Trotzdem falle die Arbeit mit dem Buch nicht hinten runter. „Aber wir müssen alle Kanäle ansprechen“, betont sie.

Sich vorbereiten auf Umzug

Sie sei dabei, sich in die Schulstruktur hineinzuarbeiten. Die erste große Herausforderung werde der Umzug auf Zeit sein. „Voraussichtlich ab 7. Januar 2021 werden wir an der Sonnenstraße lernen, weil unsere Schule dann saniert wird“, sagt die Schulleiterin. Dann könne sie von den Erfahrungen profitieren, die die Perver Schule derzeit an dieser Ausweichstätte macht. „Wir sind schon am Packen, überlegen, was mit muss und was nicht“, sagt sie. Einen großen Wunsch hat sie bezüglich der Sanierungsarbeiten: dass die Lehrer eine eigene Toilette erhalten. Diese gebe es derzeit nicht.