Rademin l Aufs obligatorische Banddurchschneiden verzichteten die Rademiner bei der offiziellen Einweihung ihrer neuen Dorfstraße. „Seit Ende Juli wird darauf schon wieder gefahren, deshalb gehen wir heute nur auf Spaziergang über die neue Asphaltpiste“, verkündete Landrat Michael Ziche.

Der Altmarkkreis Salzwedel habe sich die Maßnahme zwischen Investition und Werterhaltung auf der Ortsdurchfahrt der K 1005 knapp 340.000 Euro kosten lassen. Sie war während der Bauzeit von eineinhalb Monaten voll für den Verkehr gesperrt. „Das war ein langer Weg bis hierher“, schätzte Ziche ein. „Wenn auch wesentlich kürzer als der A-14-Bau“, fügte er scherzhaft hinzu. „Aber: Ende gut, alles gut“, betonte er.

Denn nach der Sanierung des ersten Bauabschnitts auf der Kreisstraße im Jahre 2016 in der Kurve zwischen Ladekath und Rademins Ortseingang für 190.000 Euro hatte es unkompliziert weitergehen sollen.

Erst Bauversuch gestoppt

Der Ausbau der Trasse war in einem schnelleren Verfahren geplant. Doch die Technologie hatte nicht funktioniert. Ein Abschleifen der Fahrbahndecke und das Überziehen mit einer Bitumenschicht erwies sich im Herbst 2018 als unmöglich.

Dafür waren die Steine des Kopfsteinpflasters zu marode und zum großen Teil schon lose. Das hatte zur Verärgerung von Anwohnern und Autofahrern schon häufig zu fliegenden Steinen und Beschädigungen geführt. Der erste Ausbauversuch musste gestoppt werden. Eine neue Vorgehensweise, eine neue Planung und ausführende Firma mussten her. „Wir mussten den Standard den Neuzeitbedingungen und -anforderungen anpassen“, räumte Ziche ein.

Die Verzögerung ließ zahlreiche Rademiner daran zweifeln, ob es überhaupt noch zur Realisierung kommt. Ortsbürgermeister Eckhard Kamieth blieb am Ball und optimistisch. Und das Ergebnis gibt ihm recht.

Es rollt Verkehr

Im Juni 2019 begann schließlich doch noch der grundhafte Ausbau auf der fast 400 Meter langen Strecke. Die ist sechs Meter breit zwischen den vorhandenen Betonsteinpflastergossen. Auch der Rohrdurchlass wurde erneuert.

Bereits seit Ende Juli rollt darauf der Verkehr wieder ohne Einschränkung. Zum Glück habe auch das Wetter mit optimalen Bedingungen mitgespielt, machten sowohl Ziche als auch der kreisliche Hoch- und Tiefbauamtsleiter Andreas Freude deutlich.

„Die Straße ist schöner denn je und stellt einen wichtigen Teil der dörflichen Infrastruktur dar“, so Ziche. Der ländliche Raum werde so gefördert und lebenswert gestaltet, auch wenn immer weniger Menschen ihn bewohnten. „Aber für alle, die da sind, bleiben und wiederkommen, wird auf diese Art auch der Wert des Wohnens erhöht.“

Eckhard Kamieth, mit 70 Jahren der dienstälteste Ortsbürgermeister in der Einheitsgemeinde Arendsee, freute sich sehr, zusammen mit seinen Ortschaftsratsmitgliedern, Vertretern von Kreistag und Kreisverwaltung, Bauamt, Planer, Baufirma und Einheitsgemeindebürgermeister Norman Klebe einen gemeinsamen ersten offiziellen Spaziergang absolvieren zu können. Anschließend lud er die ganze Gesellschaft zu einem Imbiss ins Dorfgemeinschaftshaus ein. Mit dabei war auch der Avacon-Vertreter Andreas Forke, der zuvor das mit Graffiti neu gestaltete Trafohäuschen präsentierte.