Salzwedel l Der Corona-Lockdown dauert an, die Geschäfte: geschlossen. „Wie soll ich dann meinen Lieblingsblumenladen und die Bücherei vor Ort unterstützen?“, fragt eine Leserin in ihrer Mail an die Volksstimme. Pauschal lässt sich die Frage jedoch nicht beantworten.

Ines Eggers, Inhaberin des Bekleidungsgeschäftes City Classic in Salzwedel, nimmt mit ihren Kunden hauptsächlich über die sozialen Medien Kontakt auf. Facebook, Instagram, aber vor allem WhatsApp. „Da packe ich dann aktuelle Produkte rein – so werden meine Kunden darauf aufmerksam.“ Dafür müssten diese allerdings erst ihre Mobilnummer auf ihrem Handy eingespeichert haben. Das sei allerdings kein Problem für Eggers, so könne sie ihren Kunden noch näher sein. Sie dekoriert ihr Schaufenster immer von Hand, macht Fotos davon und teilt diese auf mehreren Kanälen, um potenziellen Kunden die neuesten Angebote zu präsentieren.

Nicht die erste Wahl

Allerdings sei der Handel auf Social-Media-Diensten nicht ihre erste Wahl gewesen. „Es wäre wirklich schön, eine Internetseite zu haben”, sagt Eggers. Sie könne so etwas aber nicht. „Ich müsste da mal beraten werden, wie so etwas funktioniert”, erklärt sie. Bei einem Online-Shop sei sie sich gar nicht so sicher, ob der ihr wirklich etwas bringe. Ihre Stammkunden würden sie ohnehin eher über ihr Handy erreichen können.

Janet Nelius ist mit ihrer Boutique auch auf WhatsApp aktiv. Und das bereits seit April des vergangenen Jahres. Darüber ermögliche sie den Kunden, aktuelle Angebote via Status zu sehen - auch die Beratung sei ganz individuell und sehr persönlich: „Ich berate beispielsweise vom Wohnzimmer aus meine Kunden, die die Waren vor dem Spiegel anprobieren.“ Auch ein Foto helfe, typgerechte Kleidung für die Kunden auswählen zu können. „Eine 95-prozentige Erfolgsquote habe ich bereits“, versichert sie.

Solider Kundenstamm

Nelius ist froh, während der Pandemie einen soliden Kundenstamm zu haben und plant bereits für die Zukunft, ergänzend zum Laden, ihr Geschäft auf WhatsApp auszubauen und zu bewerben. „Die Kunden finden das gut, was ich und wie ich es mache“, sagt sie. Vergrößern möchte sie sich dagegen nicht, um auch weiterhin persönlich für ihre Kunden da sein zu können, sagt sie. „Ich könnte einen Online-Shop eröffnen, aber dafür passt mein Sortiment nicht“, erzählt Nelius. Sie habe eher ausgefallenere Einzelteile und keine Massenware, um in jeder Größe Kleidungsstücke anbieten zu können.

Persönlicher Kundenkontakt sei immer ein „sehr wertvoller Ansatz“, betont Felix Neumann, Betreiber des Bioladens Grünland. Er hat mit seinem Geschäft eine sehr umfangreiche Homepage mit zahlreichen Lebensmitteln. „Das ist aber so nicht auf andere Branchen übertragbar“, weiß er. Wegen der Pandemie gebe es bei ihm zwar gesteigerte Nachfragen, allerdings sei der Lieferdienst auch schon davor gut gelaufen. „Wir können gar nicht alle Produkte fotografieren und einzeln einstellen“, berichtet Neumann. Da fehle schlicht und ergreifend die Zeit.

Unterstützung geholt

Allein hat er seine Webseite nicht hochgezogen. Die Unterstützung erhielt er vom Ökokiste-Verband, mit dem er gut vernetzt ist. „Natürlich ist das für Kunden schön, wenn online eine Option ist, allerdings ist persönlicher Kontakt und Austausch mindestens genauso wichtig“, sagt er. Ein Online-Shop bedeute auch immer Kundenbetreuung – aus dem Grund habe er dafür extra zwei Angestellte im Laden.

Viele Händler sind über das Branchenbuch „Altmark-Live“ zu finden. Eine weitere Möglichkeit, regionale Händler ausfindig zu machen, ist die Seite „Hallo Altmark“ aus Stendal, die auch Salzwedeler Händler präsentiert.