Arendsee l Barbara Pieper hat am Freitag die erste Urkunde für eine Parkbankpatenschaft bekommen. Sie kümmert sich um drei Sitzgelegenheiten nahe der Wanderrast, die von der Familie Pieper betrieben wird. Es ist der Auftakt für eine Idee, die Kommunalpolitiker Tino Zachhuber bei der Stadtratssitzung am 5. Mai vorbrachte. Denn die Mitarbeiter des kommunalen Wirtschaftshofes schaffen es nicht, alle Konstruktionen regelmäßig zu pflegen. Inzwischen stehen die Grundlagen fest. 52 Bänke befinden sich entlang des Seeweges. Möglichst alle sollen ehrenamtlich in Schuss gehalten werden. Hält das Interesse an, wird die Aktion auf die gesamte Einheitsgemeinde Arendsee ausgedehnt.

Wünsche sind eindeutig formuliert

Neben der Urkunde, auf der neben dem Namen vermerkt ist, dass die Pflege und Instandhaltung auf unbestimmte Zeit übernommen wird, gibt es eine schriftliche Vereinbarung. Dort ist niedergeschrieben, was sich die Stadt als Eigentümer der Sitzgelegenheiten wünscht. In erster Linie gehört dazu die Pflege der jeweiligen Bänke. Dazu zählen auch Reparaturen sowie die Grünpflege im Umkreis von zwei Metern. Bei größeren Schäden sollte die Einheitsgemeinde, die Eigentümer bleibt, verständigt werden. Vermerkt ist auch, dass die Paten die Konstruktionen nicht für sich reservieren dürfen. Auch andere Menschen dürfen sich dort erholen: Die Bänke sind öffentlich. Wenn die Freiwilligen eine andere Farbe als bisher auftragen oder die Sitzgelegenheiten anderweitig gestalten wollen, müssen sie erst bei der Verwaltung nachfragen. Verboten sind verfassungsfeindliche und/oder politische Aussagen. Bei Reparatur- und Pflegefragen stehen die Mitarbeiter des Wirtschaftshofes helfend zur Seite. Die Vereinbarung kann übrigens jederzeit von den Ehrenamtlichen oder der Kommune gekündigt werden. Die Frist beträgt vier Wochen.

Nach dem Auftakt am Freitag soll es zügig weitergehen. Mehrere Interessenten haben sich bereits gemeldet. Sie können bald eine Patenschaft übernehmen. Tino Zachhuber informierte über das weitere Entwicklungspotenzial dieses Projektes. Einige der Bänke sollen kleine Notfallschilder bekommen. Auf diesen sind Daten vermerkt, mit denen die Leitstelle Altmark im Ernstfall schnell herausfinden kann, wo genau Hilfe benötigt wird. Solche ähnlichen Schilder stehen bereits in einigen Wäldern. Auch diese wurden aufgestellt, damit Einsatzkräfte nicht lange suchen müssen.

Parkplätze fehlen

Familie Pieper begrüßt die Aktion, äußerte aber am Freitag Kritik. Sie hätten auch gerne eine Patenschaft für Parkplätze übernommen. Im Bereich der Wanderrast können Gäste ihre Fahrzeuge nicht abstellen. Die Stadt hatte 2019 auch verboten, dass an der Zufahrt geparkt wird.