Salzwedel l Ganz anders als geplant verlief eine Woche für zwölf Schüler der zehnten Klassen des Jahngymnasiums. Während ihre Mitschüler auf Skifreizeit in Österreich weilten, sollte die Gruppe bei Aktion Musik in der Altperverstraße eigentlich an einem Bandprojekt teilnehmen. So hatten es Silas Meyer (21) und Falk Bohnstaedt (18) – beide absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei dem Salzwedeler Verein – vorgesehen. Doch nur ein Schüler der Gruppe beherrscht ein Musikinstrument. „So konnten wir leider nicht oft in den Proberaum gehen“, berichtete Silas Meyer. Doch eine neue Aufgabe für die Jugendlichen war schnell gefunden.

Fragebogen selbst ausgearbeitet

Schon seit Längerem verzeichnen die Veranstalter der Offenen Bühne im Club Hanseat bei den Konzerten für Newcomerbands einen Zuschauerschwund. Woran liegt es, dass immer weniger Gäste, die Auftritte der Bands live vor Ort verfolgen? „Die Schüler haben dann selbst einen Fragebogen ausgearbeitet und sind für eine Umfrage durch die Stadt gegangen“, erklärt Meyer. Die Ergebnisse der Befragung stellten Sarah Schunke und Alina Konradt vor.

Dabei fiel auf, dass nur rund ein Drittel der knapp 40 Befragten die Aktion Musik überhaupt kennt. Daran, so betonte es auch Detlef Unruh, Leiter des Vereins, wolle man natürlich etwas ändern. Im Gespräch mit Uwe Hundt, Lehrer am Jahngymnasium, und den beiden FSJlern wurde schnell deutlich, dass die Aktion Musik wieder direkt an den Schulen aktiv werden müsse. Eine Arbeitsgemeinschaft (AG) Musik könnte dort für mehr Aufmerksamkeit sorgen. Alle Beteiligten erklärten allerdings, dass zur Zeit weniger Schüler als früher ein Musikinstrument spielen würden. „Handgemachte Musik ist eher selten geworden. Viele Jugendliche holen sich Computerprogramme“, berichtete Sila Meyer von seinen Erfahrungen. Dass eine AG aber auch Erfolge bringen könne, zeige ein Angebot in Lüchow, meinte der FSJler. Dort würden immer wieder Talente an den Schulen entdeckt.

Offene Bühne

Zurück zur Offenen Bühne: Die Umfrage der Schüler, die in kleinen Gruppen in Salzwedel unterwegs waren, zeigte auch, dass Aktion Musik grundsätzlich den Nerv der Altmärker treffen. So waren sich die Befragten weitgehend einig, dass die Konzerte am Wochenende stattfinden und nicht viel länger als zweieinhalb Stunden dauern sollten. Jüngere Befragte wünschten sich dafür allerdings eher moderate Eintrittspreise. Auch die Werbung im Internet über Plattformen wie Facebook wurde als gut eingestuft, einige Salzwedel schauen auch noch auf Plakate und Flyer.

Auch Schlager wird gewünscht

Was wollen die Hansestädter denn für Musikrichtungen hören? Diese Frage wurde breit gefächert beantwortet. Überraschend: Viele Jüngere stehen auf Titel aus den 1990er und sogar 1980er Jahren. Zudem wurde Schlager genannt, der bisher im Hanseat noch keinen großen Stellenwert genießt.

Abschließend präsentierte Johannes Benecke zwei Plakatentwürfe für die nächste Offene Bühne. In offener Abstimmung entschieden sich die Jugendlichen für den etwas einfacher gehaltenen Vorschlag.

Silas Meyer und Falk Bohnstaedt freuten sich, dass im Verlauf der Woche einige Schüler auch nach Ende des Projektes noch etwas länger in den Räumen der Aktion Musik verweilten. Neben den genannten Aktionen hatten die Jugendlichen auch Zeit sich auszuprobieren. Auch wenn nur ein Instrumentalist mit an Bord war, wurde auch gemeinsam gejammt (improvisiert). Vielleicht konnte so das Interesse an Musik und natürlich am Spielen eines Instrumentes geweckt werden.