Salzwedel l Noch bis nach dem AfD-Bürgerdialog in Salzwedel harrten knapp 200 der weit über 1000 Gegendemonstranten vor dem Kulturhaus aus. Immer wieder ertönen Sprechchöre, welche die Besucher als „Nazis“ bezeichnen. Doch nicht diese, sondern an anderen, stark beleidigenden Zwischenrufen üben Nutzer der überwiegend von linken Szenekennern benutzten Internetseite Indymedia Kritik.

Dort heißt es: „Vorab: Die Proteste gegen den Bürgerdialog waren ein voller Erfolg und dies ist keine Kritik an der Organisation. (…) Wie immer, wenn es zu antifaschistischen Protesten kommt, gesellen sich auch die üblichen Macker und Sexisten dazu.“ Weiter wird angemerkt, dass nicht nur gegen die laut Verfasser faschistische Ideologie der AfD, sonder auch gegen die antifeministische und pro-patriarchalische Meinung demonstriert wird. „Von diversen Diskriminierungsformen“ ist die Rede.

Beleidigungen gegen Polizisten

Im nächsten Absatz werden Verhaltensweisen dokumentiert, welche den Autoren (unterzeichnet wurde der Eintrag mit „einige Genoss*innen“) vor Ort aufgefallen sind. „Als es zu einem Ausbruch aus der Latschdemo kam, bei dem versucht wurde, den Seiteneingang des Kluturhauses zu blockieren, gab es Gerangel mit den Bullen. Dabei kam es vereinzelt zu „Hurensöhne“-Rufen.“ Dass die Autoren hier ebenfalls die Polizisten als "Bullen" bezeichnen und somit beleidigen, wird nicht weiter im Text thematisiert.

Auch bei der zweiten Blockade beim Penny-Supermarkt soll es zu „body-shamenden“, also körperbezogenen Ausdrücken wie „fette Sau“ gekommen sein. Bei der dritten Blockade an der Apotheke fielen laut Verfasser homofeindliche Ausdrücke wie „Schwuchtel“.

„Leider wurde sich aus unseren Reihen fast nie dagegen positioniert. Wir finden, dieses Verhalten darf nicht unwidersprochen so stehen bleiben“, heißt es weiter. Zum Teil sollen aus diesen Gründen Personen abgehalten werden, die Gegendemonstrationen gegen die AfD zu besuchen. „Es kann nicht sein, dass wir Seite an Seite mit Mackern und Sexisten demonstrieren müssen“, so die Verfasser. Man kämpfe ja für die selbe Sache, sei kein Argument. „Wir fordern euch auf, dies bei der Auswertung auch zum Thema zu machen und Handlungsstrategien dagegen zu entwickeln“, ist am Ende des Eintrags zu lesen. „Einige Genoss*Innen“.