Salzwedel l Dröhnende Motoren, schwarze Lederkutten, Tattoos am ganzen Körper – dieses Bild wird sich den Altmärkern zukünftig wieder öfter bieten. Mit den Hells Angels hält der weltweit bekannteste Motorradclub in Salzwedel Einzug. „Wir sind hier, um in unserer Heimat gemeinsam Motorrad zu fahren. Deshalb haben wir ein Altmark-Charter gegründet “, erklärte ein hochrangiges Mitglied der Führungsriege des regionalen Ablegers im Gespräch mit der Volksstimme. Über die Zahl der Mitglieder schweigt der Rocker allerdings.

Nachdem es um den Unterstützerclub Red Devils seit rund zwei Jahren ruhig geworden ist, wird der Rockerszene in und um Salzwedel somit neues Leben eingehaucht. Der nächste Ableger der „Höllenengel“ war zuvor in Wolfsburg zu finden.

Nach Volksstimme-Informationen hatten sich dort einige der Altmärker organisiert, die jetzt das Altmark-Charter gegründet haben. Enge Verbindungen bestehen zudem zu den Red Devils in Uelzen, die offiziell als „Supporter“ (Unterstützer) der Hells Angels bezeichnet werden.

Die Red Devils sind der größte Unterstützerclub der Hells Angels, fungieren oft als Statthalter. Nach der Auflösung des „Höllenengel“-Charters in Magdeburg, übernahmen die „Roten Teufel“ dort das Zepter. Erst am 23. Juli wurde der offizielle Club eingeweiht.

Das ist in den kommenden Wochen nun auch in Salzwedel zu erwarten. Auf der Facebook-Seite des HAMC Altmark wird der Standort als „Support 81“ an der Ecke Kramstraße/An der Lorenzkirche geführt. Innerhalb einer Woche sammelten die Rocker bereits 1500 „Gefällt mir“-Angaben.

Polizei beobachtet Rocker

Die Hells Angels werden genau wie die Red Devils immer wieder mit Drogenkriminalität, Prostitution und Gewaltverbrechen in Verbindung gebracht. Auch Verbindungen zur rechten Szene bestehen. Die Salzwedeler Polizei und das Landeskriminalamt (LKA) beobachten die Rocker. „Wir haben die Gründung des Altmark-Ablegers registriert und werden den Fokus darauf legen. Sollte es zu polizeirelevanten Vorgängen kommen, werden wir entsprechend reagieren“, erklärte Polizeisprecher Gerd Schönfeld auf Volksstimme-Anfrage.