Zethlingen l Nicht auf Bärenhäuten, aber auf Bänken, belegt mit Fellen von heimischem Schwarz-, Dam- und Rehwild, hatten die Hobby-Langobarden am Sonnabendnachmittag Platz genommen. Die Lehmöfen waren angeheizt, und so war es recht gemütlich zur Jahreshauptversammlung in ihrem Domizil auf dem zugigen Mühlenberg.

In gewohnt lockerer und humorvoller Weise hielt Eckart Frey, Vorsitzender des Fördervereins Langobardenwerkstatt Zethlingen, seinen Bericht. Er ging auf eine „wichtige Symbiose“ ein: „Die Werkstatt würde nicht existieren ohne den Kreis, aber auch nicht ohne den Förderverein.“ Zuvor hatte der Chef der Kreismuseen, Jochen Alexander Hofmann, den großen Elan aller Ehrenamtlichen und Honorarkräfte gelobt und erklärt, dass die Werkstatt als Teil des Danneilmusums nicht zur Disposition stehe.

Gäste aus Israel begrüßt

Frey wies darauf hin, welche Strahlkraft die wissenschaftliche und die museumspädagogische Seite über die Region hinaus habe. „Wir hatten Gäste aus Israel, der Schweiz, Schweden, Spanien, Belorussland“, zählte er auf. Sogar nach Peru hätten Besucher Verbindungen. Ganz besonders wichtig sei den Langobarden aber, dass so viele Schulen und Kindereinrichtungen das Angebot annehmen, ihren Schützlingen Geschichte spannend und erlebbar darzustellen. „Es kommen immer mehr“, berichtete der Vorsitzende. Bis einschließlich Sonnabend waren es 5600 Besucher und damit schon mehr als im vergangenen Jahr. Dabei kamen mit dem gestrigen Werkstatt-Tag und der Ferienwerkstatt am Mittwoch, 10. Oktober, noch zwei Veranstaltungen hinzu. Wegen des großen Interesses hat der Verein die Saison von April bis Mitte Oktober verlängert.

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Mitunter – wenn der Ansturm besonders groß ist – kommen die Helfer an ihre Grenzen, wie der Leiter der Langobardenwerkstatt, Lothar Mittag, erzählte. 368 Besucher war die höchste Zahl, die an einem Öffnungs- tag gezählt wurden, fügte er hinzu.

Für das nächste Jahr stehen wieder wichtige Reparaturen an. Unter anderem müsse der Holzsschuppen erneuert werden.

Künftig Verzicht auf Plastik

65 Mitglieder hat der Förderverein derzeit. Noch einmal will der Vorsitzende einen Jahresbericht halten und dann „als Häuptling“ zurücktreten und der jüngeren Generation das Feld überlassen, wie er erklärte.

Sein Vorschlag, aus Umweltschutzgründen künftig bei der Versorgung der Besucher und auf dem gesamten Gelände gänzlich auf Plastik zu verzichten, stieß bei den Anwesenden auf große Resonanz.