Glasfaserausbau

Salzwedel: Der steinige Weg zum Breitband

TV-Grundversorgung, schnelles Internet, Festnetzanschluss: Avacon Connect will die Mieter der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) in Salzwedel künftig dahingehend versorgen. Mit Blick auf den Breitbandausbau im gesamten Stadtgebiet lief es für das Unternehmen hingegen nicht so rosig.

Von Alexander Rekow
Wobau-Chef Christan Mertens (von links) im Gespräch mit Jessica Kuhle sowie Andreas Seifert von Avacon Connect.
Wobau-Chef Christan Mertens (von links) im Gespräch mit Jessica Kuhle sowie Andreas Seifert von Avacon Connect. Foto: Alexander Rekow

Salzwedel - Schnelles Internet für die Salzwedeler und die Einwohner in den Ortsteilen: Dass sollte über die Vorvermarktung der Avacon Connect erreicht werden. Wie Bürgermeisterin Sabine Blümel gebetsmühlenartig in so ziemlich allen städtischen Gremien wiederholte, sollten 40 Prozent an Vorverträgen erzielt werden, damit das Unternehmen zum Spaten greift. Daraus ist bekanntlich nichts geworden. Denn wie Andreas Seifert aus der Marketingabteilung des Unternehmens in einem Pressegespräch im Büro von Wobau-Chef Christian Mertens einräumen musste, ist dieses Ziel verfehlt worden. Eine genaue Zahl wollte er nicht nennen. Nur so viel: „Deutlich drunter.“ Hinter vorgehaltener Hand ist zu hören, dass es nur knapp mehr als zehn Prozent seien.

Womöglich seien die Vorteile nicht richtig transportiert worden, sucht Seifert nach dem Grund: „Das war ein herber Schlag.“ Christian Mertens hingegen vermutet, dass viele Städter mit einem Internetanschluss meinen würden: „Läuft ja“. Also warum etwas verändern? Doch in Zeiten von Homeoffice, Streamingdiensten und des vernetzten Heims, gerade auch mit mehreren Nutzern gleichzeitig, seien Glasfaserleitungen unabdingbar.

In den Dörfern lief es besser

Das scheint eher in den Dörfern der Einheitsgemeinde angekommen zu sein. „Da lief es viel besser“, sagt Andreas Seifert. Stellenweise sogar mehr als die 40 Prozent. Christian Mertens führt das auf die vielen Eigenheime und weniger Mietwohnungen zurück. Gewissermaßen als Investition in die Zukunft. Ein wichtiger Grund sei zudem, dass mit einem regionalen Internet- und Telefonanschlussvermarkter in Salzwedel Vertrauen in den Dörfern bei Gesprächen vor Ort geschaffen worden sei.

Ebenso habe die Corona-Pandemie die Vermarktung erschwert. „Im November konnten wir an einem Tag 250 bis 300 Verträge abschließen“, weiß Jessica Kuhle, Vertriebskoordinatorin beim Unternehmen. Mit dem Lockdown aber habe sich dies komplett ins Internet verlagert.

Doch aufgeben will Avacon Connect nicht. „Im Fördergebiet sind wir im Spätsommer aktiv“, versichert Seifert mit Blick auf die weißen Flecken der Region. In allen anderen Gebieten werde nach Clustern verfahren. Sprich: Es wird geschaut, wo viele Vorverträge zustande kamen. Hierzu will das Unternehmen noch gesondert informieren.

TV-Grundversorgung bei Wobau-Mietern

Informiert haben Andreas Seifert und Jesssia Kuhle hingegen darüber, worauf sich 2030 Mieter der Wobau einstellen können. Denn Avacon Connect übernehme die Fernseh-Grundversorgung ab Juli. Erste Mieter hätten bereits ein entsprechendes Schreiben, weitere würden folgen, so Mertens. Das Versorgungsangebot soll zudem monatlich vier Euro unter dem bisherigen liegen.

Außerdem sollen die Mieter mit Glasfasertechnik versorgt werden. Avacon Connect will im Frühjahr 2022 sogenanntes „Triple-Play“ anbieten. Heißt: ein Anbieter für alles. Internet, Festnetz, Fernsehen. Fortan werde das Bewegtbild gestreamt, was heute schon in vielen Haushalten zum Standard gehört. Also weg vom linearen Fernsehen, hin zum Streaming. „So lässt sich zeitversetzt Fernsehen schauen oder die Streamingdienste einbinden“, erklärt Seifert.

Avacon ist also weiterhin am Ball, was schnelles Internet in Salzwedel betrifft. In naher Zukunft möchte das Unternehmen dahingehend seine Kunden weiter informieren.