Gefängnisstrafe im Brandstifter-Prozess

Salzwedeler Brandstifter zu zwei Jahren Haft verurteilt

Vor einem Jahr hatte ein heute 29-Jähriger in Salzwedel in zwei Nächten mehrere Autos abgefackelt. Nun legte das Landgericht Stendal das Strafmaß für den geständigen Täter fest.

Von Günther Tyllack 11.08.2021, 03:20
Die Feuerwehr löscht an einem der beiden Tattage ein brennendes Auto auf dem Parkplatz am Bürgercenter in Salzwedel.
Die Feuerwehr löscht an einem der beiden Tattage ein brennendes Auto auf dem Parkplatz am Bürgercenter in Salzwedel. Archivfoto: Polizei

Salzwedel/Stendal - Die Große Strafkammer des Landgerichts Stendal hat am Dienstag einen 29 Jahre alten Mann aus Salzwedel wegen Brandstiftung in fünf Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Es blieb damit nur knapp unter der von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafe von zwei Jahren und acht Monaten. Der Verteidiger hatte zuvor auf eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten plädiert.

Fast genau ein Jahr ist es her, dass eine kleine Brandserie die Salzwedeler in Atem hielt. Betroffen waren insgesamt sieben Fahrzeuge, die teils vollständig ausbrannten, teils entstand gar kein oder nur geringer Schaden.

Mir tut die Sache natürlich leid.

Angeklagter

An zwei Abenden wurde der Angeklagte von der Polizei festgenommen, seit der zweiten Festnahme blieb er in Haft. Erst kurz vor Prozessende hatte der junge Mann ein weitgehendes Geständnis abgelegt. Im letzten Wort, das dem Angeklagten traditionell zusteht, hatte er erklärt: „Mir tut die Sache natürlich leid.“ Er könne es aber nicht mehr rückgängig machen.

Das Gericht sah in vier Fällen vollendete Brandstiftung und in einem Fall versuchte Brandstiftung als erwiesen an. Auch wenn er noch keine konkreten Ziele im Blick gehabt habe, habe der Angeklagte in seiner Wohnung tennisballgroße Dieselpäckchen angefertigt und mit Lunten versehen, um dann damit loszuziehen.

Im Fall eines BMWs, auf den der Angeklagte eine Bierflasche geworfen hatte, in der laut Gutachten des Landeskriminalamtes Kraftstoffreste nachgewiesen wurden, erkannte die Kammer auf Freispruch. Es seien keine Anzeichen zu finden gewesen, dass die Flasche als Art Molotowcocktail genutzt werden sollte.

In einem anderen Fall wurde ebenfalls Freispruch attestiert. Hier hatte der Angeklagte vergeblich versucht, Dieselkraftstoff mit einem Feuerzeug zu entzünden, und danach vom Fahrzeug abgelassen, obwohl er ja noch Dieselpäckchen gehabt habe, die er hätte nutzen können.

Bei der Bemessung der Gesamtstrafe berücksichtigte das Gericht auch die Aussagen eines psychiatrischen Gutachters, der beim Angeklagten massive Hinweise auf eine paranoide Schizophrenie festgestellt hatte. Es sei nicht auszuschließen, dass die Steuerungsfähigkeit des Angeklagten erheblich vermindert gewesen sei. Erst kurz vor den beiden Tattagen war der Angeklagte nach einem mehrwöchigen Aufenthalt aus dem Fachklinikum Uchtspringe entlassen worden.