Hohengrieben l Kunst, Sport, Mathematik und Englisch: Diese Fächer gefallen Jaylyn Stratton aus Homosassa in Florida (USA) besonders gut. Die 16-Jährige, die am Schüleraustauschprogramm von Rotary International teilnimmt, lernt momentan in einer zehnten Klasse des Beetzendorfer Gymnasiums. Sie hat ein Zuhause auf Zeit bei den Gasteltern Anja und Tino Fuhrmann sowie bei deren Kindern Michel und Ronja in Hohengrieben gefunden. „Hier ist jeder nett. Ich bin sehr glücklich“, sagte sie über die ersten Wochen.

Für den Rotary Club Salzwedel, der erstmals an diesem Programm teilnimmt, ist es der zweite Gast. Denn die Mexikanerin Ana Karen Vera Zepeda, die im August in die Altmark kam und bei Uwe und Rita Rühlmann in Winterfeld lebte, wechselte in eine Familie außerhalb der Region.

Jaylyn Stratton, die zwei Brüder hat, stellte sich am Mittwochabend beim Rotary-Treffen in der Schulscheune Hohengrieben vor. Sie berichtete, dass ihre Eltern geschieden seien, der Vater als Superintendent und die Mutter als Schulberaterin arbeite. „Ich habe Haustiere in beiden Häusern“, erzählte sie. Ihre Eltern in Deutschland seien verheiratet. Hier habe sie einen Bruder und eine Schwester, verglich die Jugendliche, die in Amerika eine medizinisch orientierte Schule besucht. Sie interessiere sich sehr für Fuß- und Volleyball, aber auch fürs Laufen.

Auf dem Weg von Hannover, wo die 16-Jährige seit August des Vorjahres lebte, nach Hohengrieben habe sie die einstige Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland kennengelernt. „Wir sind über Radenbeck nach Gladdenstedt gefahren“, ergänzte Tino Fuhrmann und freute sich über das Interesse des Gastes an der Geschichte. Die Austauschschülerin schilderte, dass sie sich in Deutschland sehr wohl fühle. Beobachtet habe sie, dass der Zusammenhalt zu Weihnachten in Deutschland größer sei als in Amerika. Und auch die Weihnachtsmärkte seien besser. Torsten Menzel, Präsident des Rotary Clubs Salzwedel, begrüßte die Jugendliche mit einem Blumenstrauß. Er wünschte ihr viel Erfolg beim Lernen der deutschen Sprache. Jaylyn Stratton bemühte sich, ihren Vortrag auf Deutsch zu halten. Doch die Aufregung, vor vielen Leuten zu sprechen, machte diese Aufgabe nicht gerade leicht. Gast-Schwester Ronja half dann auch beim Übersetzen.

Anschließend sprach Gerhard Schulz über eine Reise nach Tschernobyl.