Fleetmark l In den nächsten Monaten sollten eigentlich bessere Bedingungen für Kinder und Pädagogen geschaffen werden. Eigentlich, weil nun der gesamte Zeitplan ins Rutschen gerät. Hintergrund sind die nötigen Ausschreibungen. Der Bauausschuss sollte sich mit sieben Auftragsvergaben beschäftigen, doch nur für sechs war dies möglich. Für den Punkt Elektroarbeiten wurden zwar im Vorfeld Unterlagen von der Stadt angefordert, aber keine Firma hat ein konkretes Angebot abgegeben.

Bis Ende des Jahrs sollten die Arbeiten abgeschlossen sein, so lautete das ursprüngliche Ziel. Doch dies lasse sich nach derzeitigem Stand nicht einhalten. Dies bestätigte Arendsees Bauamtsleiterin Monika Günther im Volksstimme-Gespräch. Bürgermeister Norman Klebe ergänzte: Es werde das Möglichste versucht. Der Elektropart muss als erstes erledigt werden, bevor die anderen Gewerke zum Zuge kommen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Trockenbau, Maler- und Tapezierarbeiten, Bodenbeläge, Wärmedämmung sowie Putz- und Estrich.

Elektroarbeiten werden neu ausgeschrieben

Für diese Bereiche liegen zwar Angebote vor, doch die Firmen müssen warten. Die Stadtverwaltung wird nun die Elektroarbeiten neu ausschreiben und hofft auf einen Erfolg. Hinzu kommt: Bei den Planungen für die Arbeiten in der Bildungsstätte gilt es zu beachten, den Unterricht möglichst wenig zu beeinträchtigen. Ferienzeiten spielten beim bisherigen Plan, der nun ins Wanken geraten ist, ebenfalls eine entscheidende Rolle. Sollte der erneute Versuch, das Interesse von Fachkräften zu wecken, scheitern, bleibt der Einheitsgemeinde nicht anderes übrig als weiter auszuschreiben. Dabei gilt es Fristen zu beachten, immer mehr Zeit verstreicht.

Frank Rossau, Stadtratsvorsitzender und Unternehmer, ging beim Bauausschuss auf die Frage ein, warum es diese Probleme gibt. Schuld sei das zu komplizierte Prozedere im Bundesland Sachsen-Anhalt bei der Vergabe. Für Ausschreibungen, die nur zwei oder drei Seiten umfassen, müssen von den Firmen teilweise mehr als zehn Seiten als Angebot eingereicht werden. Davor schrecken Unternehmen zurück, deren Auftragsbücher voll sind und die zum Beispiel im privaten Sektor mit dieser Vielzahl von bürokratischen Hürden nicht zu kämpfen haben. Auch Verwaltungen wie die in Arendsee haben mit dem komplizierten Verfahren des Landes zu tun. Fehler können im schlimmsten Fall zum Verlust von fest eingeplanten Fördermitteln führen.

Stadtrat Jens Reichardt schlug vor, mit einer Petition an das Land auf die Probleme hinzuweisen. Solch ein Papier hatte bereits bei den Investitionen für Bahnübergänge, an denen sich Kommunen früher beteiligen mussten, geholfen.