Salzwedel l Schule neu denken, hieß es ab Mitte März. Wie das gelungen ist und welche Lehren daraus gezogen werden können, berichteten zwei Sekundarschulleiter den Mitgliedern des Kreis-Bildungsausschusses. Sie stehen zwei Schulen mit gar nicht so unterschiedlichen baulichen Voraussetzungen vor: die Beetzendorfer Sekundarschulchefin Sabine Hornkohl und Thomas Schlicke, der die Ganztagsschule Arendsee leitet.

„Kein Unterrichtsausfall hat für mich Priorität“, betonte Sabine Hornkohl. Wie in anderen Schulen auch, mussten sich die Beetzendorfer Sekundarschüler an einiges Neues gewöhnen. So an eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit im Schulhaus und auf dem Pausenhof. Und dass sie dort Nasen- und Mundschutz tragen müssen. „Die Gesundheit steht ganz oben“, sagte die Schulleiterin.

Strikte Trennung nicht möglich

Ähnlich wird es in Arendsee gehandhabt. Aufgrund des Ganztagsangebotes sei eine ganz strikte Trennung in Kohorten aber nicht möglich, erklärte Thomas Schlicke.

Was er aus der Zeit der Schulschließungen mitgenommen habe, sei, dass es eine flächendeckende Fortbildung der Lehrer in der Nutzung digitaler Medien geben müsse. Dass einige Lehrkräfte darin Defizite haben, sei nur zum Teil der Altersstruktur geschuldet. Es fehle mitunter auch der Wille, sich damit zu befassen. Es gebe Angebote, aber keine Festlegung, dass jeder Lehrer sie ableisten muss. Deshalb könne er als Schulleiter seine Kollegen auch nicht anweisen, sich dahingehend weiterzubilden und die digitalen Medien zu nutzen. Im Hinblick auf neuerliche Einschränkungen im Zuge der Pandemie habe er angeregt, für jede Klasse ein E-Mail-Liste mit den Adressen der Schüler zu erstellen. „Wir müssen Wege und Möglichkeiten finden, in Zukunft individueller mit den Schülern zu kommunizieren, wenn es erneut zum Fernunterricht kommt“, betonte er.

Fachübergreifend unterrichten

Gleichzeitig habe er festgestellt, dass die Schüler nicht gut in der Lage sind, sich selbst Themen zu erarbeiten. Projekt- und freies Lernen könnten dazu beitragen, dies zu verbessern. Gleichzeitig müssten die Lehrkräfte befähigt werden, fachübergreifend zu unterrichten. Dafür sei es wichtig, mit dem Internet und seinen Möglichkeiten umgehen zu können.

Kein Masterplan

Ausschussmitglied Peter Lahmann wollte von Sören Messerschmidt, Referent beim Landesschulamt, wissen, wie die Fortbildung gestaltet werden soll. „Wir haben keinen Masterplan“, entgegnete Messerschmidt. Es gebe Empfehlungen, aber keine Festlegung.

Die Schulleiter wollen nun vor Ort die Kollegen Schritt für Schritt an die Digitalisierung heranführen und gemeinsam daran arbeiten. Angeregt wurden an dem Abend beispielsweise als erster Schritt digitale Kalender und Notenhefte.