Russische Künstler leiten Kunstprojekt/ Kontakt bei Schüleraustausch geknüpft

Seide lockert papierreichen Alltag auf

Von Christina Bendigs

Zwei Künstler aus Russland haben an der Jeetzeschule ein dreitägiges Projekt für Schüler geleitet. Die beiden russischen Gäste zeigten sich begeistert von der Hansestadt und der Fachwerkarchitektur. Der Kontakt entstand durch einen Schüleraustausch.

Salzwedel l Papier bestimmt den Alltag vieler Schüler. Und oft seien die Mädchen und Jungen des Papieres überdrüssig, erzählt Janina Iwassenko aus Petrosawodsk (Karelien/Russland). Sie ist Künstlerin, Pädagogin und Kunsttherapeutin und weiß, wovon sie spricht. Damit die Neuntklässler der Jeetzeschule einmal etwas anderes kennenlernen und sich mit anderen Oberflächen befassen, haben Janina Iwassenko und ihr Mann Tengis Gigolaschwili ein dreitägiges Kunstprojekt für die Mädchen und Jungen angeboten.

Die Grundidee stammte von den Schülern selbst. Sie hatten sich während eines Schüleraustausches in Petrosawodsk im September 2011 das Atelier des Künstlerpaares angesehen, erzählte Lehrerin Judith Sheltonoshko. Die Mädchen und Jungen seien von den ausgestellten Seidenmal-Arbeiten so begeistert gewesen, dass sie selbst einmal mit dem Stoff arbeiten wollten.

Gesagt, getan. An drei Tagen waren die Künstler in der Jeetzeschule vor Ort, um den Mädchen und Jungen die Seidenmaltechnik näher zu bringen - mit dem positiven Nebeneffekt, dass die Jugendlichen ihre Englischkenntnisse anwendeten. Denn die Mädchen und Jungen verständigten sich in Englisch mit dem herzlichen Künstlerpaar, das sichtlich Freude an der Arbeit mit den Schülern hatte.

"Es ist für uns sehr interessant, mit verschiedenen Menschen aus verschiedenen Kulturen zu arbeiten", sagt Janina Iwassenko. Kunst sei für sie ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Die Seidenmalerei biete dabei den Vorteil, dass auch weniger begabte Zeichner tolle Ergebnisse erzielen können. "Jeder ist gut darin, Farben zu kombinieren", ist Janina Iwassenko überzeugt.

"Wir versuchen immer, einige freie Minuten zu finden, um in die Stadt zu gehen"

Von Salzwedel sind die beiden russischen Gäste, die vorher noch nie von der Hanse- und Baumkuchenstadt gehört hatten, begeistert. "Wir versuchen immer, einige freie Minuten zu finden, um in die Stadt zu gehen", sagt Janina Iwassenko, "sie ist fantastisch." Vor allem von der Architektur sind die beiden Künstler fasziniert. Judith Steltonoshko erzählt, dass die beiden Künstler ihre Eindrücke auch in neue Werke einfließen lassen wollen.

Janina Iwassenko erstellt Grafiken, ihr Mann ist Maler. Beide haben bereits in vielen Teilen der Welt ausgestellt - in Neuseeland, Sri Lanka, Italien, Schweden und Sankt Petersburg. 2003 gewannen sie in Malta einen ersten Preis unter 150vertretenen Künstlern aus vielen verschiedenen Nationen. Vielleicht wird es ein Wiedersehen mit den beiden Künstlern in Salzwedel geben und sie präsentieren dann auch in der Hansestadt einige ihrer Arbeiten. Bleibende Eindrücke habe die Stadt bei den Besuchern auf jeden Fall hinterlassen, ist sich Judith Sheltnoshko sicher.

Und wie hat den Schülern das Projekt gefallen? "Super", lautet der einhellige Tenor, das sei mal etwas anderes gewesen. Es hat ihnen Spaß gemacht. Und so ist das Ziel, Abwechslung in einen papierreichen Alltag zu bringen, wohl auch gelungen.