Beetzendorf/Siedengrieben l Anfang der 1990er Jahre hat die Freiwillige Feuerwehr Siedengrieben einen VW T2 geschenkt bekommen, von ihrer Partnergemeinde Groß Süstedt im Landkreis Uelzen. Als ein neueres Fahrzeug anrollte, leistete der Volkswagen, Baujahr 1971, noch gute Dienste für die Stapener Wehr. Mittlerweile sind beide Ortswehren aufgelöst. In Siedengrieben ist ein Dorfverein gegründet worden. Und eben dieser möchte jetzt gern das altehrwürdige Fahrzeug, dessen Feuerwehr-Innenausstattung entfernt wurde, nutzen.

„Sachen wie Fahrzeug und Gerätehaus, die nicht mehr für den Feuerwehrdienst genutzt werden, fallen zurück an die Gemeinde“, erklärte Beetzendorfs Bürgermeister Lothar Köppe kürzlich im Ausschuss für Soziales und Kultur. Deshalb sei bei der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf beantragt worden, den T2 zurückzunehmen, der immer noch in Stapen untergestellt sei. „Das Auto ist zugelassen und versichert, aber alles Feuerwehrtechnische ist ausgebaut“, schilderte er.

Kommune bleibt Eigentümerin

Für den Dorfverein sei der Volkswagen ein geschichtsträchtiges Fahrzeug. „Wir als Gemeinde könnten die Versicherung übernehmen. Der Verein müsste für die Spritkosten und kleinere Reparaturen aufkommen“, schlug er vor. Es gehe um einen Nutzungsvertrag. Die Gemeinde bleibe weiterhin Eigentümerin des Wagens, beantwortete der Bürgermeister eine Frage. Er fügte hinzu: „Wenn Beetzendorf mal nicht mehr zahlungsfähig ist, dann müssten wir es wohl verkaufen. Aber das sind wir nicht.“

„Ich finde es gut, wenn das Auto an seinen Ursprungsort zurückkehrt“, sagte Ratsfrau Christel Rosenbaum. „Für die Tradition ist das wichtig“, fügte Ratsherr Rainer Klinzmann hinzu. Die Ausschussmitglieder unterstützten den Wunsch des Dorfvereins einstimmig.

Keine Sicherheit

Im Hauptausschuss wurde über die Thematik kontrovers diskutiert. „Ich halte es für falsch, solch ein Auto einem Verein zu überlassen“, sagte Ratsherr Dietmar Sommer. Es seien keine Gurte drin. Für den Kindertransport sei das gefährlich. Er plädierte dafür, den VW T2 zu verkaufen und ein neues Fahrzeug vom Erlös anzuschaffen, das sicherer sei.

Lothar Köppe betonte noch einmal, dass die Siedengriebener sich mit ihrem Geschenk von ihrer Partnergemeinde, mit der sie immer noch verbunden seien, sehr identifizieren. In Stapen sei das 49 Jahre alte Fahrzeug sehr gut gepflegt worden. Das würde sicher auch in Siedengrieben geschehen, weil es dort richtige Liebhaber für dieses Auto gebe. Nostalgie spiele beim Wunsch des Dorfvereins, den Volkswagen nutzen zu können, sicher eine Rolle.

Gespräch wird gesucht

Dietmar Sommer verwies darauf, dass der Wagen ein Oldtimer sei. Dafür gebe es sicher Interessenten, die diesen für einen fairen Preis kaufen würden.

„Wir sollten mit dem Verein sprechen, um zu erfahren, warum er das Fahrzeug nutzen möchte. Das ist mir noch nicht so richtig klar“, sagte Ratsherr Jürgen Benecke. Wichtig sei, nicht über die Köpfe der Mitglieder zu entscheiden.

Ob dem Wunsch der Siedengriebener stattgegeben wird, ist noch nicht entschieden. Lothar Köppe wird auf den Vorstand des Vereins zugehen, um Antworten auf noch offene Fragen zu erhalten. Dann wird über das Thema während der Gemeinderatssitzung am 17. Dezember beraten.