Salzwedel l Schränke stehen neben Kleinmöbeln, Elektrogeräte in der Nähe von Lampen, Geschirr, Besteck. Kleinteiliges ist ordentlich sortiert in Schränken zu finden – auf den ersten Blick erinnert im Sozialfundus der Arbeiterwohlfahrt vieles an ein ganz normales Möbelhaus. Ganz verkehrt ist dieser Vergleich letztlich nicht. Schließlich steht die Einrichtung in der ehemaligen Initiative 2000 in der Salzwedeler Thälmannstraße 75a allen Bürgern offen.

Spenden der Bürger

Doch im Gegensatz zum Angebot des gewerblichen Handels stammen die Möbel im Sozialfundus ausschließlich aus Spenden der Bürger. „Unser vorrangiges Anliegen ist es, Menschen in komplizierten Lebenslagen zu unterstützen“, erläuterte Uwe Binde, Leiter der Awo in Salzwedel. Gründe für einen Besuch im Sozialfundus kann es viele geben. Jobverlust und Hartz IV gehören ebenso dazu wie Wasserschäden oder Wohnungsbrände. Ein stetig wachsender Teil der Kunden sucht auf Grund von Scheidung oder Trennung Hilfe bei der Awo. Doch auch bei der Einrichtung einer Studenten- oder Lehrlingswohnung helfen die Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt gerne.

„Einen Einkommensnachweis verlangen wir grundsätzlich nicht. Bezieher von Hartz-IV-Leistungen können allerdings einen Antrag auf Unterstützung durch das Jobcenter stellen“, sagte Sabine Gille, die Leiterin des Sozial- fundus‘.

Haushaltsauflösungen

Stolz ist Gille auf das vorrätige Sortiment. Damit kann die Awo im Bedarfsfall ganze Wohnungen bis hin zu den Elektrogeräten ausstatten. Ein großer Teil der Spenden stammt aus Haushaltsauflösungen. „Meist verfügen die Erben selber über eine komplette Einrichtung und haben daher keinen Bedarf an den Möbeln“, weiß Gille aus Erfahrung. Die komplette Beräumung der Wohnungen kann die Awo allerdings nicht anbieten. Auf Grund des knappen Platzes muss das Team bedarfsorientiert auswählen. Diese Möbelstücke treten auf dem hauseigenen Transporter zunächst den Weg in die Thälmannstraße an.

Den Sozialfundus gibt es in Salzwedel seit dem 1. November 1996. Auf Grund baulicher Probleme musste der erste Standort am Böddenstedter Weg aufgegeben werden.

Vor vier Jahren erfolgte der Umzug in das jetzige Domizil. Zu erreichen ist das Team für Spender und Hilfesuchende unter Telefon 03901/308 91 90 oder per E-Mail awo.sozialfundus@web.de.