Sportfest

Stürmischer Geburtstag im Stadion

Einen stürmischen 10. Geburtstag feierte das Sportfest für Firmen und Familien im Seelenbinder-Stadion Salzwedel.

Von Von Jörg Schulze

Salzwedel l Sie war sicher der Stargast am Dienstag in Salzwedel, Heike Drechsler, Doppelolympiasiegerin im Weitsprung. Doch bevor die weltbekannte Sportlerin ihren Auftritt beim Sportfest hatte, wurde mit Katja Stein ein anderer Ehrengast herzlich begrüßt. Die Salzwedelerin, die heute in Konstanz arbeitet, hatte vor zehn Jahren die Idee für das Fest. „Mit meinen Vorschlägen bin ich damals zum Kreissportbund gegangen und habe sofort Unterstützung erhalten. Heute ist das Fest zu einer Marke geworden“, freute sich Katja Stein während der Eröffnung.

Insgesamt beteiligten sich 20 Vereine und Institutionen an der Veranstaltung. Die Zahl der Zuschauer blieb zwar – bedingt durch das Wetter – unter der des Vorjahres. Dennoch zeigte sich Peter Böse, Geschäftsführer des Kreissportbundes, durchaus zufrieden. „Beim Staffellauf für Firmen und Familien konnten wir sogar eine Rekordbeteiligung verzeichnen“, so Böse. Während sich in den Vorjahren im Durchschnitt 7 Teams beteiligten, waren es immerhin 15 Mannschaften.

Die Teilnahme von Heike Drechsler hatte bei vielen Sportlern einen zusätzlichen Motivationsschub ausgelöst. Wann hat man schließlich als Freizeitsportler schon die Möglichkeit, sich in einem Wettbewerb mit einer Sportlerin zu messen, die nicht nur bei zwei Olympischen Spielen, sondern auch bei vier Welt- und zehn Europameisterschaften ganz oben auf dem Treppchen stand. Drechsler lief übrigens in ihrem Team mit Mohammet Selo, Osman Abdi Bare und Menok Werede, drei unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen.

Leider mussten einige Aktive bei aller Begeisterung dennoch dem Wetter Tribut zollen. So ließ der Wind das Air Track des Turnvereins Friedrich Ludwig Jahn zum Spielball der Böen werden. Schweren Herzens entschloss sich Hagen Schulze daher, das Sportgerät wieder einzupacken.

Ebenfalls nicht im Stadion vertreten war die Schützengilde. „Unser Stand hätte dem Sturm nicht stand gehalten“, sagte Gildechef Nils Krümmel. Kurzfristig öffneten die Schützen daher für Besucher ihren Schießstand. Auch die Kampfsportler des Altmark-Dojos verlegten ihre Vorführungen nebst Schnuppertraining in ihre Räumlichkeiten. „Mit der Resonanz waren wir auf jeden Fall zufrieden“, betonte Bert Dieterich. Manch ein junger Besucher kam auf der Suche nach einem windgeschützten Platz in das Dojo und ließ sich zu einem Probetraining animieren.

Zu den Aktiven der ersten Stunde im Stadion gehört übrigens auch die Gewerkschaft IG Bergbau Chemie Energie. „Wir fühlen uns dem Sportfest besonders verbunden, da hier viele unserer Mitglieder aktiv sind. Der 1. Mai als Tag der Arbeit und Sport ist eine gute Verbindung“, versicherte Grit Friebe. Gut aufgehoben in der Runde fühlte sich zudem die Verkehrswacht, da sie sich gerade um junge Fahrer kümmert, eine Altersgruppe, die auch sportinteressiert ist.