Coronavirus

Test am Container für mehr Freiheit in Arendsee

Die Kurapotheke Arendsee ergreift die Initiative und bietet seit Donnerstag Testmöglichkeiten an einem Container.

Kurapotheken-Mitarbeiterin Sophia David (von rechts) testete Norman Klebe, während ihre Chefin Katrin Hansen den Testanlauf im Blick behielt.
Kurapotheken-Mitarbeiterin Sophia David (von rechts) testete Norman Klebe, während ihre Chefin Katrin Hansen den Testanlauf im Blick behielt. Foto: Helga Räßler

Helga RäßlerArendsee

Fünf Mal rechts drehen, fünf Mal links, dann war der Test per Wattestäbchen in jedem Nasenloch geschafft. 15 Arendseer nutzten Donnerstag Vormittag die Gelegenheit, sich kostenlos und unkompliziert vor Ort auf Coronaviren testen zu lassen. Zu ihnen gehörte auch Bürgermeister Norman Klebe, der das Prozedere schon von Frau und Tochter in der Kindertagesstätte kennt. Innerhalb einer Viertelstunde hatte er das Testergebnis vorliegen: negativ. Aufatmen. Der Test gilt jeweils für die nächsten 24 Stunden.

„Wer warten möchte, bekommt sein Ergebnis gleich vor Ort. Wir schícken es aber auch per E-Mail“, erklärte Kurapothekerin Katrin Hansen. Sie hatte die Idee der örtlichen Teststation, der ersten und einzigen in der Einheitsgemeinde Arendsee.

Sie ließ sich weder von den hohen Auflagen an das Hygienemanagement noch durch das Genehmigungsprozedere durch den Altmarkkreis Salzwedel oder den Landesapothekerverband abschrecken. „Ja, es ist alles mit Mehraufwand verbunden, denn es müssen ja zwei Mitarbeiterinnen vom laufenden Apothekenbetrieb abgestellt werden“, sagte sie.

Dafür, dass die Bürger für einen Test zum Friseurbesuch oder Einkauf nicht extra lange über Land fahren müssen, nehmen wir das in Kauf.

Katrin Hansen

„Aber dafür, dass die Bürger für einen Test zum Friseurbesuch oder Einkauf nicht extra lange über Land fahren müssen, nehmen wir das gern in Kauf“, fügte sie hinzu.

Die beiden Mitarbeiterinnen im Container auf dem freien Platz an der Bahnhofstraße gegenüber dem NP-Markt, den sie über Bauunternehmer Ulf Lahmann organisierte, sind mit Schutzkleidung, Maske und Handschuhen ausgestattet. Die Testwilligen müssen FFP2-Maske tragen, sich die Hände desinfizieren und einen Fragebogen ausfüllen. Damit geben sie Auskunft über ihren Gesundheitszustand und eine kurze Anamnese. Der Personalausweis ist auch mitzubringen.

„Die Kontaktdaten sind wichtig auch zur Rückverfolgung bei eventuellen Problemen“, so Katrin Hansen. Sie und ihr Team sind darauf eingestellt, jeden Tag zirka 20 bis 30 Personen testen zu können. Das ist werktags in der Zeit von 8.30 bis 11.30 Uhr möglich. Aber nur nach Voranmeldung, wie Katrin Hansen betont. Denn Schlangestehen am Container sei kontraproduktiv.

Einige Arendseer waren gestern erstaunt, dass sie nicht im Container, sondern im Freien getestet wurden. Aber im geschlossenen Raum gelten noch speziellere Regeln, die so umgangen werden.

Anmeldungen sind per Telefon unter 039384/21777 oder auf der Internetseite der Apotheke unter http://kur-apotheke-arendsee.de/ möglich.

Norman Klebe ist sehr froh über die Initiative der Kurapotheke. „Ein toller Service für unsere Bürger“, lobt er. Wie es in Zukunft weiter gehe, bleibe abzuwarten. Denn Katrin Hansen schätzt ein: „Wenn die Restaurants und Hotels wieder öffnen und Urlauber kommen, können wir wahrscheinlich diesen Ansturm nicht allein bewältigen.“