Arendsee l Das geplante Waldheim-Resort umfasst ein zweigeschossiges Hotel mit drittem Staffelgeschoss (zirka 60 Zimmer), drei freistehende zweigeschossige Gebäude sowie vier viergeschossige Gebäude.

Mit der Realisierung dieser Anlage wird der erste Hotelstandort im Stadtgebiet geschaffen, der Reisebusse aufnehmen kann. Zusätzlich zum Hotel entstehen 74 Nutzungseinheiten (überwiegend Ferienwohnungen) bis über 100 Quadratmeter Größe. So lautet die Beschreibung in der Beschlussvorlage für den Arendseer Bauausschuss, der sich am Dienstag, 23. Oktober, in seiner öffentlichen Sitzung mit der Thematik befassen wird.

Bebauungsplan nötig

Denn bevor die Investoren, die die Immobilie 2017 von der Stadt erwarben, ihr Vorhaben realisieren können, sind noch umfangreiche Vorleistungen nötig. Alte Beschlüsse sind aufzuheben, eine Änderung des Flächennutzungsplanes zu entscheiden und der neue Bebauungsplan für die 3,4 Hektar große Fläche am See zu beschließen.

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Nach einem Abriss der Altbausubstanz und vorliegenden Genehmigungen könnte das städtebauliche Konzept zur Entwicklung des ehemaligen Fremdenbeherbergungsstandortes Gestalt annehmen. Die Planungsgedanken für ein Sondergebiet mit den Schwerpunkten Beherbergungsgewerbe/Ferienwohnungen sowie Dauerwohnungen wurden im Sommer 2018 durch den Vorentwurf des Büros Rotherarchitektur Engelskirchen konkretisiert.

Seezugang

Alle Gebäude werden danach mit Staffelgeschoss und Dachbegrünung versehen, um sich harmonisch in das Umland einzufügen. Seeblick soll garantiert werden.

Die Erschließung ist über den Waldweg „Am Waldheim“ vorgesehen. Die innere Erschließung verläuft über ein Einbahnstraßenringsystem mit. Die großen Gebäude erhalten Tiefgaragen, sodass das notwendige Stellplatzangebot gewährleistet wird, die Anlage aber weitgehend „grün“ bleibt. Da passt es ins Bild, dass der Baumbestand erhalten werden soll. Die Anlage soll gut zu Fuß und barrierefrei erreichbar sein einschließlich Seezugang.

Überregionale Nachfrage

Mit lokalem Bezug wird die Ausgestaltung der Anlage auf eine überregionale Nachfrage ausgerichtet. Daraus ergeben sich neue Impulse für den Tourismusstandort Arendsee.

Der Antrag auf Einleitung des Verfahrens wurde von der SP Baugesellschaft mbH & Co. KG im September gestellt. Das Unternehmen verpflichtet sich zur Übernahme der notwendigen Erschließungs-, Planungs- und den dazugehörigen Verfahrenskosten.

Verfall

Die ehemalige Hotelanlage des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes ist seit der Wende „den Bach runter gegangen“. Sie entsprach nicht mehr den Bedürfnissen einer angemessenen Beherbergung. Am 31. Januar 1991 wurde das Objekt als FDGB-Ferienheim aufgelöst und im April von der Treuhand an die Stadt Arendsee übertragen. Bis März 1993 führte die Kommune das Haus, dann war Schluss. Die Schließung erfolgte im August 1994, seitdem verfällt die Anlage. Mehrere Interessenten und deren Konzepte erwiesen sich als nicht realisierbar.