Arendsee l 27.185 zahlende Gäste kamen 2020 in das Arendseer Strandbad. Mit Blick auf 2019 (38.821) und 2018 (72 .220) ein deutlicher Rückgang. Dafür gibt es mehrere Gründe, wie Sonja Nowak, Vize-Geschäftsführerin der Luftkurort Arendsee GmbH, im Gespräch mit der Volksstimme deutlich machte. An erster Stelle steht die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen. So konnte die Einrichtung nicht wie gewohnt ab Mai öffnen. Die ersten Gäste wurden am 12. Juni begrüßt. Besonders bemerkbar machte sich der Rückgang der sonst üblichen Kindergruppen, die im Luftkurort Urlaub machen. Hinzu kam: Größere Veranstaltungen wie bereits geplante Konzerte mussten im Strand abgesagt werden, zumindest Puppenspieler durften aber auftreten.

Ein zweiter Fakt ist wie jedes Jahr das Wetter. Besonders der Juli war durchwachsen, im August hingegen lief es super. 17.875 Kinder und Erwachsene kamen allein in diesem Monat – Rekord für 2020. „Es handelte sich um die Ferienzeit. Das war natürlich günstig für uns“, so Sonja Nowak. Aber allein mit diesem Monat ließ sich der Rückgang nicht auffangen.

Ziele in Deutschland bevorzugt

In diesem Zeitraum war deutlich zu spüren: Etliche Urlauber bevorzugen 2020 Ziele in Deutschland. „Es gab viele Anrufe und E-Mails mit Fragen, ob das Strandbad sowie unsere weiteren Einrichtungen überhaupt offen haben und welche Regeln zu beachten sind“, verweist GmbH-Mitarbeiterin Katrin Reinecke auf Unsicherheit, die an Arendsee nicht spurlos vorüber ging.

Derzeit ist das Strandbad wieder Gesprächsthema. Trotz warmer Temperaturen bleibt es aber geschlossen. Sonja Nowak erklärte, warum dies wirtschaftlich sinnvoll ist. Bis einschließlich 6. September kamen in diesem Monat lediglich 55 Badegäste. 88 Besucher wollten kostenfrei spazieren gehen. Um das Strandbad zu betreiben, sind mindestens ein Rettungsschwimmer und eine Mitarbeiterin in der Kasse nötig. Um die verschärften Hygiene-Regeln einhalten zu können, müsste die GmbH, auch wenn nur wenige Besucher kommen, eine Reinigungskraft einen halben Tag anstellen Hinzu kommt noch mal eine halbe Stelle, um das weitläufige Gelände in Schuss zu halten. Die Folge wäre ein finanzielles Minus mit Blick auf die geringen Besucherzahlen Anfang September.

Badefreunde wollen kostenfrei ins Wasser

Außerdem wurde die Entscheidung durch eine Beobachtung bestärkt. Während am ersten September-Wochenende viele Gäste die kostenfreien Badestellen rund um den Arendsee nutzten, war das Strandbad nahezu leer. Ein weiterer Aspekt: Die privaten Versorger, die ihre Waren im Strandbad anbieten, haben ihre Kioske geschlossen. Das Unternehmen stünde also vor der Frage, ob es eigenständig eine kulinarische Grundversorgung anbietet oder nicht. Die Entscheidung, den Badebetrieb für 2020 zu beenden, ist gefallen. Es gibt auch keine Möglichkeit, kostenfrei Spaziergänge zu unternehmen. Hintergrund sind die verschärften Unfall-Vorschriften. Die GmbH könnte die Gesetze nur mit erhöhtem Personalaufwand einhalten.

Offen bleiben aber die weiteren Einrichtungen der GmbH. Im September dreht das Schiff „Queen“ in der Woche jeweils um 13 und an Wochenenden zusätzlich um 15 Uhr seine Runden, im Oktober nur noch nach Vorbestellung. Um gerade in Corona-Zeiten besser planen und Absprachen treffen zu können, wird eine Anmeldung vor der Rundfahrt empfohlen. Dies ist in der Touristinfo unter der Telefonnummer 03 93 84/271 64 möglich. Ärgerlich nur, wenn reserviert wurde, die Besucher dann aber nicht kommen. Auch so etwas gab es in diesem Jahr. Besonders gut läuft derzeit der Campingplatz, der bis Ende Oktober offenbleibt.