Salzwedel l Ein schönes Kleid, eine coole Jeans oder ein praktisches kleines Radio – und keinen Cent dafür bezahlen. Das soll ab 3. September die Kunden in den neuen Salzwedeler Umsonstladen locken, der wohl der erste seiner Art im Norden des Landes ist. Dafür wurde bereits Anfang Mai ein Verein mit dem passend klingenden Namen „Für Umme“ in der Hansestadt gegründet. Etwa 20 Salzwedeler wollen sich ehrenamtlich um das Anliegen kümmern: In der Baumkuchenstadt soll weniger Müll entsorgt werden.

Für Umme soll dann der Einkauf im Umsonstladen, dessen Schaufensterscheiben an der Steintorstraße 11 bereits mit einem Logo beklebt sind, nicht ganz sein. „In diesem Laden wird nicht verkauft, sondern getauscht“, berichtet Dana Howald, Vorsitzende des Vereins. Und wer tauscht, wird freundlich um einen Obolus für den Verein gebeten. Schließlich müssen zumindest die Nebenkosten für das Ladenlokal aufgebracht werden. „Ansonsten läuft alles ehrenamtlich“, betont Dana Howald. Im Vorstandsteam unterstützen sie Eileen Reppenhagen (2. Vorsitzende), Ralf Klein (Schriftführer) und Nadine Kubelka (Finanzen). Rund 20 Mitglieder sind insgesamt dabei. Die Mitgliedschaft kostet jährlich 25 Euro. Wer mehr geben möchte, wird nicht aufgehalten.

Angebot richtet sich an alle Salzwedeler

„Bekleidung, Spielzeug, Haushaltswaren, Elektrogeräte und vieles mehr landen heutzutage auf dem Müll, obwohl sie noch nutzbar sind“, umschreibt der Verein in einer Mitteilung die Beweggründe, sich in diesem Bereich zu engagieren.

Bilder

Die Macher sind sich bewusst, dass es in Salzwedel mit Flohmärkten, Kleiderbörsen oder Handelsplattformen im Internet bereits verschiedene Angebote in diesem Bereich gibt. Dennoch möchte „Für Umme“ eine weitere Variante bieten, die gebrauchten Gegenständen eine längere Nutzung ermöglicht. Dabei geht es also nicht nur um Kleidung sondern auch um Elektrogeräte, Spielsachen und Artikel aus dem Haushalt.

Öffnungszeiten stehen fest

Deutlich machte Howald zudem, dass es ein Angebot ist, das sich an alle Hansestädter und Bewohner der nördlichen Altmark richtet. „Es ist kein Nachweis der Bedürftigkeit notwendig. Kunden im Umsonstladen benötigen keine Mitgliedschaft. Niemand muss ein T-Shirt abgeben, um eines mit nach Hause zu nehmen“, heißt es. Jeder soll das geben, was er kann und nehmen, was er benötigt. Für größere Gegenstände soll es zudem eine Pinnwand für Tauschangebote geben.

Wie das System funktioniert, dazu haben die Vereinsinitiatoren bereits vielfach Erfahrungen gesammelt. So gab es bereits Veranstaltungen im Mehrgenerationenhaus (MGH), auf dem Hansefest 2019 oder im Eskadron, dem Domizil der Kickerfreunde am Freibad. Um ihrem Anliegen einen festen Platz zu geben, gibt es also bald die Anlaufstelle unweit des Steintores. Die Öffnungszeiten stehen auch schon fest: Jeden Donnerstag, zwischen 10 und 18 Uhr, können Kunden im Umsonstladen eintauschen statt einkaufen.

Repaircafé als Idee

Und Dana Howald hat eine weitere Idee für die Zukunft. „Wir suchen noch einen Elektriker“, sagt die Vereinsvorsitzende, die sich vorstellen kann, in dem Umsonstladen noch ein Repaircafé einzurichten. Dann könnten dort unter Anleitung kleinere Elektrogeräte repariert werden.

Weitere Infos zum Laden gibt es via E-Mail an fuerummeinsalzwedel@web.de. Auch bei Instagram unter "Umsonstladen Salzwedel" sind schon einige Bilder zu sehen.