Liesten l Dass das Liestener Waldbad im nächsten Jahr wieder öffnet, dieser Wunsch kann durchaus Wirklichkeit werden. Davon ist Andreas Weigelt, Vorsitzender des Waldbadvereins Liesten, überzeugt. „Wir haben jetzt den Vertragsentwurf der Stadt vorliegen“, sagte er auf Nachfrage der Volksstimme. Der Verein hatte seinerseits im September des Vorjahres einen Entwurf eingereicht. „Wenn man beide Papiere nebeneinander legt, ist vieles vom Anliegen her gleich. Es dürfte nicht so schwer sein, einen gemeinsamen Nenner zu finden“, erklärte Andreas Weigelt. Er hoffe, dass noch vorhandene Unstimmigkeiten möglichst schnell in Gesprächen ausgeräumt werden, damit ein unterschriftsreifer Vertrag zustande komme.

Wichtig sei, dass die Stadt Eigentümer der Freizeitstätte bleibe, der Verein der Nutzer werde, fügte er hinzu. „Wir sind an einem langfristigen Vertrag interessiert. Denn nur so ist es möglich, auch Fördergelder beantragen zu können“, beschrieb der Vorsitzende.

Pumpenhaus wird saniert

Der Verein wisse, dass gut eine halbe Million Euro für die Sanierung des Bades, das seit Juli 2017 geschlossen ist, benötigt werde. Das Pumpenhaus bedürfe einer Instandsetzung, nannte er einen Schwerpunkt. Dafür müssten rund 180.000 Euro investiert werden. Die zweite Baustelle sei das Sanieren des Beckens, wofür etwa 380.000 Euro geplant seien. Es solle weder einen Edelstahleinsatz noch neue Fliesen geben, informierte Andreas Weigelt. Stattdessen werde auf Folien zum Auskleiden gesetzt.

Doch woher das Geld nehmen? Darüber haben sich die Vereinsmitglieder bereits Gedanken gemacht. „Wir wollen 250.000 Euro in Form von Sponsorenzusagen selbst aufbringen“, sagte Andreas Weigelt. Hinzu kämen 70.000 Euro, die bereits zweckgebunden für die Sanierung der Technik im Innenbereich des Pumpenhauses über das Leader-Programm bewilligt worden seien. Gebaut werde auf zurückgestellte Eigenanteile der Stadt. „Wir hoffen, dass die Stadträte, die zum Großteil unser Vorhaben unterstützen, auch für den Rest der Finanzierung eine Lösung finden“, sagte Andreas Weigelt.

Die Waldbadvereins-Mitglieder, derzeit gut 30 an der Zahl, wissen, dass sie sich mit dem Betreiben der Freizeitstätte auch in die Verantwortung begeben. Doch diese Aufgabe wollen sie gern übernehmen. „Wo sollen die Kinder sonst das Schwimmen lernen?“, fragt Andreas Weigelt. In den Sommerferien, wenn sie Zeit dafür haben, würden nur wenige Busse in die Kreisstadt fahren. „Wir möchten unser Bad gern weiter betreiben. Denn nur wenn etwas geboten wird, ist auch das Leben in den Dörfern lebenswert“, sagt er.