Lüben l Für eine Woche lang wurde das Rundlingsdorf Lüben in Niedersachsen, unweit der Landesgrenze, wieder ein Mekka für Kunstschaffende aus der ganzen Welt. Zur 15. Internationalen Werkstattwoche verwandelten die Künstler den Ort in ein großes Freiluftatelier – mit dabei: Jugendliche aus dem Altmarkkreis vom Beetzendorfer Gymnasium und der Jeetzeschule Salzwedel. Und eine Frau, die die Altmark und die Region Gifhorn in ihrer Lebensgeschichte trägt. Lucy Liebe (27), geboren in Gifhorn und aufgewachsen in Nettgau, besuchte als Beetzendorfer Gymnasiastin selbst den Schülertag der Werkstattwoche und begleitete das Event diesmal als Kunsthistorikerin.

Erinnerung an Lüben nie losgelassen

„Ich bin 2007 von meiner Kunstlehrerin zur Teilnahme am Schülertag animiert worden“, erinnert sich die heute 27-Jährige. Auch 2009 durfte Liebe eine Künstlerin für einen Tag begleiten. Die Erinnerung daran habe sie nie losgelassen. Später studierte Lucy Liebe Kunstgeschichte in Mainz, schaffte dort ihren Masterabschluss und arbeitet heute in einem Projekt der Landesdenkmalpflege Rheinland-Pfalz. Ein Besuch in der Heimat mit einem Abstecher nach Lüben knüpfte vor zwei Jahren wieder die Bande in den Rundling. Dort traf sie auf Imke Wolter von der Lübener Tenne, dem Herz der Werkstattwoche. Schnell war klar: Lucy Liebe ist ein Gewinn für die Woche der Kunst in Lüben.

Die 27-Jährige ist nun für die Ausarbeitung des Ausstellungskataloges zuständig. Im November werden die Werke, die in der vergangenen Woche entstanden, im Wittinger Rathaus präsentiert. Unter dem Oberthema „Vibration – Unterschiede in Kulturen erzeugen Energien“ waren 22 Künstler aus zehn Nationen im Ort aktiv. Um deren Wirken auch korrekt beschreiben zu können, begleitete Liebe jeden einzelnen Kunstschaffenden. „Ich habe dabei in viele glückliche Gesichter geschaut“, meint Liebe nicht nur die kreativen Frauen und Männer aus aller Welt, sondern auch die Jugendlichen, die am vergangenen Mittwoch beim Schülertag dabei sein konnten.

Bilder

„Das war wie vor zehn Jahren, als ich selbst dabei war“, berichtet die Kunsthistorikerin, die betont, dass der Aufenthalt in Lüben sie in ihrem Berufswunsch bestärkt habe. „Das hat mir vielleicht den Mut gegeben, in diese Richtung zu gehen“, meint die 27-Jährige.

Schüler lernen direkt vom Künstler

Und diesen Mut fanden beim Schülertag vielleicht auch sieben junge Leute aus der Altmark. „Bereits nach einigen Stunden konnte ein beachtlicher Mal­erfolg verzeichnet werden“, berichtet Marie-Luise Stünkel vom Kulturverein Wittingen. In Lüben begleiteten die Schüler Anna Sofie und Felix Barnieske, Friederike Decker, Mattis Geiersbach und Clara Hilger (alle Jeetzeschule) sowie Lara Selina Dedeoglu und Julia Frey (beide Gymnasium Beetzendorf) die Künstler. Clara Hilger lernte bei einer Taiwanesin die Technik zur Aquarellmalerei. Wie Gesichter im Stil des Impressionismus gemalt werden, konnte Julia Frey bei Yael Tiecher aus Israel erfahren.