Rege Beteiligung an der ersten Veranstaltung bei fast geschlossener Schneedecke

Winter schreckt 200 Wanderer nicht ab

Von Uta Elste

Die 19. naturkundliche Wanderung am gestrigen Karfreitag war eine Premiere - die erste, die bei nahezu geschlossener Schneedecke stattfand. Knapp 200 Natur- und Wanderfreunde schreckte das jedoch nicht ab.

Vienau l Marita Diederich gab mit dem Läuten der Glocke der Vienauer Kirche den Auftakt zur diesjährigen Wanderung rund um Vienau. Nach einer kurzen Andacht mit Pfarrer Hans-Christof Rösner berichtete Heimatforscher Io von Kalben interessante Details über die Kirche, erläuterte unter anderem, wer früher auf welchem Platz sitzen durfte. Die erste Reihe unmittelbar vor dem Altar war den Ackerbauern vorbehalten, von denen es früher in Vienau drei gab, so Io von Kalben. Dahinter kamen die sogenannten Halbspänner, dann die Kossaten. Selbst für Schweine-, Rinder- und Schafhirten gab es die vorgegebenen Plätze.

Nachdem die heute großzügiger gehandhabte Sitzordnung aufgehoben war, begann die Wanderung. Auf Grund der Witterung habe man die Strecke etwas verkürzt, so Michael Arens von der Vienauer Gruppe des Naturschutzbundes (Nabu). Von der Straße ging es bald über die doch noch ziemlich verschneiten Waldwege.

Unterwegs wiesen Michael Arens und Revierförster Lothar Büst die Wanderer unter anderem auf sogenannte Schlief-anlagen hin, in denen früher Jagdhunde für die Baujagd ausgebildet wurden. Sie stellten augenzwinkernde Mutmaßungen über das Verschwinden des Ortseingangsschildes von Vienau an und informierten über den Stand der Dinge beim Holzeinschlag.

In den nächsten Jahren sei hinsichtlich der Aufforstung viel zu tun, blickte Lothar Büst voraus. Auch der Eichenprozessionsspinner werde sich in den kommenden Monaten sicher zurückmelden.

Michael Arens wies die Wanderer auf sogenannte Biotopbäume und auf ihre Bedeutung als Lebensraum für Tiere hin. Und wenn in den inzwischen lichten Waldbeständen die Laubbäume wieder nachwachsen, werde das auch der Artenvielfalt guttun. Eichen etwa müssten dank der Aktivitäten des Eichelhähers nicht eigens nachgepflanzt werden.

Am Ende empfing Jens Wede als Osterhase die Wanderer und verteilte an die Jüngsten bunte und Schokoladeneier. Mitglieder des Altmärkischen Tourimusvereins Kalbe hatten weitere Nester versteckt. "Insgesamt waren es 100 bunte Eier, zuzüglich der Überraschungseier", so Sigrid Gassel. Die Mitglieder der Hegegemeinschaft "Rund um den Dolchauer Berg" hatten ihr spannendes Naturquiz dieses Mal im Saal der Sieben Quellen aufgebaut, wo sich die Wanderer auch stärken konnten.